The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

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WENDEL, Friedrich
Der Gendarm von Hildburghausen
Verlag J.H.W. Dietz, 1932, Berlin. pp.14 

Es war an einem schoenen Julitage des Jahres 1930, als Herr Dr. jur. 
Wilhelm Frick, Thueringens Innenminister, im geheimsten Fach seines 
geheimsten Archivs eine Urkunde verwahren liess, in der zu lesen stand, 
dass er, der Herr Staatsminister Frick, den Bauhilfsarbeiter Adolf 
Hilter, geboren am 20. April 1889 zu Braunau, Tschechoslovakei (sic) 
unverheiratet, vorbestraft wegen Hochverrats, zum Gendarmeriekommissar von 
Hildburghausen an der Werra ernenne. Hildburghausen, 6000 Einwohner, 
beherbergt die thueringische Landesirrenanstalt und Taubstummenanstalt. 
Der neugebackene Gendarmerie-Kommissar, so teilte Herr Staatsminister 
Frick den fragend blickenden Beamten mit, werde seinen Dienst nicht 
antreten, er werde auch kein Gehalt bekommen, er werde keine Uniform zu 
tragen und keinen Saebel schleifen haben, ueber die ganze Sache duerfe 
ueberhaupt kein Sterbenswoertchen in die Oeffentlichkeit dringen, Herr 
Hitler selber werde 24 Stunden nach Empfang der Ernennungsurkunde sein 
Beamtenverhaeltnis kuendigen -- die ganze Manipulation, so sagter Herr 
Staatsminister Frick, solle nur dem Zweck dienen, Herrn Hitler zur 
deutschen Staatszugehoerigkeit zu verhelfen. Im Februar 1932 kamen diese 
Dinge, die sich also in naechster Naehe der Hilburghaeuser Irrenanstalt 
abspielten, ans Licht des Tages. pp.4/5. 

Im Juni 1930 wurden Sie zum Gendarmen von Hildburghausen ernannt. Ein 
Vierteljahr spaeter, also sicher zu einer Zeit, wo Sie bereits Kenntnis 
von der Ernennung hatten, erschienen Sie, der Scheringer Prozess wurde 
verhandelt, vor den Schranken des Reichsgerichts und sagten, ueber ihre 
Personalien befragt, unter Eid aus, dass Sie Staatenloser seien. Die 
Richter fragten was Ihnen nicht entgangen sein wird, etwas eindringlich, 
man schien ein tieferes Interesse fuer die Personalien eines Mannes zu 
haben, der immerhin eine bedeutsame Rolle auf der politischen Buehne 
Deutschlands spielt, man wollte anscheinend gern wissen, wieso Sie als 
Oesterreicher -- Braunau gehoerte vor und waehrend des Krieges zu 
Oesterreich (sich) -- Ihrer Oesterreichischen Staatsbuergerschaft 
verlustig gegangen waren -- Sie gingen aber darauf nicht ein, Herr Hitler, 
Sie blieben einsilbig, und alles was sie zu ihren Personalien und deren 
Geschichte vorzubringen hatten, beschraenkte sich auf eine duerres "Ich 
bin staatenlos".	pp.10/11

Warum, die letzte Frage erhebt sich, lehnte Herr Hitler ab, Gendarm von 
Hildburghausen zu sein? p.13. 

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