The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

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                        Wagner -- Unpublished Manuscript
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   Aehnlich ging es tausenden Besuchern in der Reichskanzlei, ganz 
gleich ob Deutsche oder ob Auslaender.  Hitler haelt seinen Monolog und 
nennt das hinterher eine Unterredung.  Konversation existiert fuer ihn 
nicht und mit den Jahren war er immer weniger gewoehnt, eine zwanglose 
Unterhaltung ganz gleich ob ueber das Wetter oder ueber Politik zu 
halten.  Es war leider kein Mensch mehr da, der ueberhaupt noch antwortete, 
geschweige widersprach.

   Hitler spielt einen jeden Besucher den Hitler vor, den derjenige sich 
in seiner Einbildung vorgestellt hat.  Glaubt jemand einen donnernden 
Diktatur zu finden, so wird er ihn totsicher vorfinden.  Er wird nie einem 
wichtigen Besucher, auf den er einen angenehmen Eindruck machen will, 
widersprechen.  Mit der Liebenswuerdigkeit und Falschheit, die jeder 
Oesterreicher an sich hat, wird er immer jedem sagen, was der andere 
hoeren will, und das mit solcher Ueberzeugung, dass der andere sich nicht 
vorstellen kann, dass er dem groessten Luegner und Komoedianten 
gegenuebersteht.  Hitler lacht und weint, wie es gerade sein Auftritt auf 
der Buehne erfordert.  Er versichert mit treuem Augenaufschlage, dass 
einer Person nichts geschehen wuerde, waehrend er vor ihm sein Todesurteil, 
so ganz nebenbei, unterschreibt.  Derjenige wird dann schwoeren, dass 
Hitler ihn retten wird, selbst wenn er bereits erschossen worden ist.

   Wenn Hitler jemanden ueberreden will und jemanden fuer seine Sache 
gewinnen will, gelingt ihm das immer wieder.  Ich habe es oft genug erlebt, 
dass wuetende Gegner in sein Zimmer kamen, fest entschlossen, ihm ihre 
Meinung zu sagen, und habe diesselben Leute als Hitlers fanatischste 
Anhaenger das Zimmer verlassen sehen.  Er hat diejenigen gerade da 
gepackt, wo sie es nicht vermuteten, und completely swept them off their 
feet.  Als Kind verstand ich nie, was mit all den Leuten, die ich als 
normal und geistig bedeutend respektierte, geschah, wenn sie Hitler 
vorgestellt wurden.  Ich war abgestossen von ihren, wie es mir damals 
vorkam, hysterischen Benehmen, bis ich herausfand, dass sie nichts dafuer 
konnten, da sie hypnotisiert waren und somit jede Kontrolle ueber sich 
verloren hatten.  Ich erlebte es, dass Leute hysterische Lach- oder 
Weinkraempfe bekamen, Tassen und Teller fallen liessen, wie gelaehmt 
dastanden und dass alle Gesichter ausnahmslos ein stures Grinsen und 
jenen bewussten verzueckten Ausdruck der Extase zeigten.  Ich kam mir 
immer fehl am Orte vor, wenn ich Zeuge solcher Szenen war, denn es war 
irgendwie ein ungemuetliches Gefuehlt, als einzige mit klarem Verstande 
unter halben Irren zu sein, und es fiel mir schwer, nicht laut zu lachen, 
wenn sich ruehrselige Schauspiele abspielten.  Zu gern haette ich 
Karikaturen gezeichnet, haette ich die Begabung dafuer gehabt.  Statt 
dessen musste ich mich mit der Idee abfinden, recht genau zu memorieren, 
um hinterher wenigstens mit Tinte und Feder, meine Eindruecke zu 
skizzieren.  Nie kam ich mir so ueberfluessig und deplaziert vor wie in 
solchen Momenten.

                                        (p. 61-63)

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   Hitler 1933
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"Ich habe alle Hoffnungen aufgegeben -- es wird nie etwas aus meinen 
Traeumen und Hoffnungen werden.  Zu all den bitteren Jahren des Kampfes 
kommen nur noch mehr bittere Enttaeuschungen.  Bisher hatte ich den Mut 
nie verloren -- ich habe auch nach 23 wieder retten und aufbauen koennen.  
Aber jetzt habe ich ueberhaupt keine Hoffnung mehr, die Gegner sind zu 
maechtig.  Wenn alles voellig verloren ist, weisst Du, was ich tun werde.  
Ich habe es immer vorgehabt.  Ich kann keine Niederlage annehmen.  Ich 
muss mein Wort wahrmachen und meinem Leben durch eine Kugel ein Ende 
machen.  Diesmal wird es ernst sein -- denn ich sehe keinen Ausweg."

Der Brief war Seiten lang -- mit Bleistift geschrieben -- ein ungeuebtes 
Gekrakel, bergauf-bergab -- eine Mischung von Deutschen und Lateinischen 
Buchstaben.  Ich hatte noch nie einen langen Brief von ihm gesehen und 
war erstaunt ueber die "ungebildete" Handschrift.

                                        (Wagner Ms. p. 3)


   It is now superfluous to say more on that subject.  But I really 
must repeat Hitler's obituary oration on Czechoslovakia -- as a model 
of delicacy and tact it is, I think, unsurpassable.  Here are some extracts:-

   "We had to find some legal pretext for stirring up trouble.  But our 
efforts were in vain.  The Czechs remained calm, and we could not trick 
them into committing acts of violence.  We cudgelled our brains.  We simply 
had to find a basis for really effective propaganda to prepare the way 
for the execution of our plans.

   "Thank heaven something happened at last.  A poor wretch of a Czeck 
knocked over a pail of water.  By pure chance a German was passing at the 
time and his suit was splashed.

   "That was quite enough for us.  The water was first described as 
'warm' -- in the next version it was 'hot water', and from that, of course, 
it was but a step to describe it as 'boiling.'  The boiling water became 
boiling pitch, and the rest was easy.  We were saved -- at last we had 
material for our propaganda...."

   Another extract.

   "We got the best of [unreadable] very easily.  The poor wretch arrived 
in Berlin in the evening.  Of course we made a great fuss of him -- 
salutes, guards of honour and all that sort of thing.  He was 
tremendously impressed.

                                (Wagner Ms. p.3-4)




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                        -3-

(Wagner  Ms. p. 3-4 cont.)

   "Then I kept him waiting till 2 o'clock in the morning.  When I 
thought he would be about half-dead from fatigue I gave him an enormous 
dinner.  That lasted about two hours, after which we withdrew for our 
political discussions.

   "By that time he was, of course, all in, and only too ready to sign 
anything I wanted him to do.  When that was over he collapsed altogether, 
and we had to give him an injection to bring him to...."

                                                (Wagner Ms, p. 2-4)

"Ich moechte das ein fuer allemal klargestellt sein lassen, dass es 
die Pflichte einer Wagner ist, waehrend der Festspiele in Bayreuth zu 
sein.  Da kann gar keine Rede von Schule oder nicht-Schule sein.  Im 
Gegenteil, es waere ein Verbrechen gegen alle Kultur, wenn man bloeden 
Schulunterricht mit derartigen Pflichten, die von Ewigkeitbedeutung sind, 
ueberhaupt nur in einem Atem nennen wolle....." etc. etc.

Er stand alleine in der Mitte der riesigen Musikhalle und redete sich in 
eine derartige Wut -- gestikulierend, die Worte hinausspuckend.  Meine 
Familie stand mit schlotternden Knien in der einen Ecke -- jeder Einzelne 
unfaehig, ein Glied zu ruehren, oder auch nur den Versuch zu machen, ihn 
zu unterbrechen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich beim ersten Anhieb auch geblufft war.  
Er holte da einen unsinnigen Grund nach dem anderen hervor -- und wurde 
immer hitziger in diesem Solowortduell.  Dann ploetzlich ging mir ein 
Licht auf -- ich erinnerte mich meiner eigenen Worte, dass er mit 
"Ueberzeugung" reden muesse.  Und dies war nun, was er "ueberzeugen" 
nannte....  Ins Elephantenformat uebersetzt, die alle einstmals normalen 
Begriffe in der deutschen Sprache der Nazis.

Die Rede dauerte zwanzig Minuten.  Als ich ihm auf die Schliche gekommen 
bin, und merkte, dass alles nur Schauspielerei war -- und es ihm ein 
teufliches Vergnuegen machte, sein Publikum immer lahmer und aengstlicher 
zu sehen --

                                        (Wagner Ms. p. 4-5)



After English conference Eden & Simon-Naval Agreement
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    For most of the rest of that night he made fun of Goering and 
Goebbels and told funny stories about them both.  Goering's "corporation" 
nearly gave way under the strain, and Goebbels mouth opened so wide

                                        (Wagner Ms. p. 4)

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                                -4-

(Wagner Ms. p. 4 cont.)

that it looked positively dangerous.  Not that I believe he really 
enjoyed the jokes so much.  One of them was this:

   "You all know what a volt is and an ampere, don't you?  Right.  
But do you know what a Goebbels and a Goering are?  A goebbels is 
the amount of nonsense a man can speak in an hour, and a goering is 
the amount of metal that can be pinned on a man's breast."

                                        (Wagner Ms. p. 4)

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