The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

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Schmidt-Pauli, N. Hitlers Kampf um die Macht. 1933 
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Wir schreiben Sonnabend, den 2?. Mai.

Es fand eine Zusammenkunft mit Hitler statt. Hier erlangte Papen die 
Gewissenheit, dass der Fuehrer der Nationalsozialisten ein Kabinett Papen 
tolerieren wuerde, wenn man der NSDAP in der Frage des S.A.-Verbotes 
entgegenkommen wollte. 

[ several paragraphs mostly unreadable ] 

Der 1. August. ??? ??? faehrt Hitler, bei der neuen Reichskanzlei vor. Der 
Reichskanzler von Papen empfaengt ihn in Gegenwart des Staatssekretaers 
Planck. 

Hitler weiss: der Sturz Bruenings war nur durch die Kraft der 
nationalsozialistischen Bewegung moeglich gewesen. Auch die Bildung des 
Kabinetts Papen war zustande gekommen, weil er es zu tolerieren versprach. 
Nun verlangt er die Quittung. Verlangt von Papen, dass er ihm den Weg 
freimacht und zuruecktritt. ...Papen versucht es zunaechst mit einem 
Kompromissvorschlag.... ....Hier stutzt Hitler. Diesen Vorschlag, den er 
schon als unmoeglich verworfen hatte, hielt er fuer erledigt. Misstrauen 
steigt in ihm auf. Sollte er in eine Falle gelockt werden? 

Scharf weisst er das Anerbieten zurueck und nimmt das Wort zu laengeren 
Ausfuehrungen. pp.106,107,108.

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Nur, wenn er wirklich die Fuehrung habe, koenne er die Verantwortung tragen. 
Und er entwickelt seine Ideen ueber die Regierungsgewalt. Spricht von der 
Art und Weise, wie er eine ??? ??? ??? ???. Verweist auf Mussolini. Scharfe 
Worte fallen wegen einem zu erwartenden marxistischen Widerstand. Worte 
von ??? ??? ??? blutigen Kampf, ist ??? sehen, durch die Vehemenz Hitlers 
herbeigebracht, ??? erste ??? auf, die spaeter in der offiziellen ??? ???? 
???? ??? erfuellen ???. 

Hitler verg??? ??? ???? ??? ??? heraushoert, als er ??? seine ??? ??? ??? 
pp.???,103,105.

[ rest of page mostly unreadable ]

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Er hat die Gespanntheit eines Torredors, der nur von dem einen Gedanken 
besessen ist, seinem ??? Gegner in der Arena den Todesstoss zu versetzen. 
Heute gilt die Erregung Hitlers den Ereignissen der letzten Zeit. Ungeheure 
Enttaeuschung und Erbitterung sprechen aus ihm. pp.117,118.

Hitler war in seiner Auffassung, am 13. August in eine Falle gelockt worden 
zu sein, durch die Nachricht bestaerkt worden, sein Pressechef Dr. Dietrich 
habe von Staatssekretaer Planck kurz vor der Unterredung mit Hindenburg 
telefonisch erfahren. Die Entscheidung des Reichspraesidenten sei schon 
gefallen, der Besuch Hitlers habe also nur noch formale Bedeutung. Diese 
Mitteilung hatte Hitler erst nach seiner Rueckkehr vom Reichskanzlerpalais 
im Kaiserhof erhalten. Haette sie ihn eine Viertelstunde frueher erreicht, 
so waere er sicherlich nicht bei Hindenburg erschienen. Was um so 
verhaengnisvoller gewesen waere, weil diese Nachricht eine absolute 
Falschmeldung war. Aber Hitler glaubte fest an ihre Richtigkeit. 

Durch diese Darlegung meiner auf eigene Faust unternommene Aufklaerung, 
versuchte ich beruhigend auf Hitler einzuwirken, ihn zu ueberzeugen, dass 
der Reichskanzler von Papen sich ihm gegenueber nach wie vor dem 1. August 
vollkommen loyal verhalten habe. Ich gewinne aber nicht den Eindruck, in 
dieser Richtung wirklich Erfolg zu haben. Zu sehr ist Hitler mit 
Misstrauen geladen. Auch in seinen uebrigen Gedankengaengen macht sich 
eine gewisse Starrheit, ein Fanatismus geltend, der jeden 
Vermittlungsvorschlag ablehnt. 

pp.120,121.

Ohne Auftrag, aus eigener Initiative, begebe ich mich in der Nacht von 
Sonntag dem 11. auf Montag den 12. September, zu ihm in den Kaiserhof. 
Wieder ist es der Ecksalon des ersten Stockes, in dem er mich empfaengt. 
Dieses Mal sind wir nicht allein. Er hat seinen Adjutanten, Oberleutnant 
Brueckner, seinen Pressechef Dr. Dietrich und seinen Referenten fuer die 
Auslandspresse, den langen Hanfstaengl, bei sich. Er ist schon ueber meine 
Absicht, den vorerwaehnten Vorschlag zum Vortrag zu bringen, 
vorwegorientiert worden. Dass er trotzdem den Besuch nicht ablehnt, laesst 
die Geneigtheit vermuten, wenigstens darueber zu diskutieren. Zwar faehrt 
er sofort auf: Ich begreife nicht, wie man heute noch auf so eine Idee 
kommen kann. Aber ich lasse mich nicht beirren. 

Schleicher geniesse doch sein Vertrauen. Wenn Papen die Geste machen, sei 
sie doch einer Gegengeste wert. Er ringe um Deutschland. 

pp.139,140.

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Hitlers Ausdruck ist nicht so fest und gebaendigt wie in Berchtesgaden. Er 
scheint nervoeser, wechselnd zwischen Muedigkeit und Anspannung. Aber 
genauso kampfbereit. Genau so ueberzeugt und entschlossen, den einmal 
eingeschlagenen Weg bis zum Ende zu gehen. Ohne Konzessionen. Es muss 
darauf verzichtet werden, im einzelnen die Worte eines erregten Mannes 
wiederzugeben, um nicht gegen die Diskretion einer teilweise vertraulichen 
Unterredung zu verstossen. 

Hitler ist ein ehrlicher Mensch. Er hat nicht um einen Posten, sondern er 
hat um Deutschland gekaempft. 

pp.140,141.

Die Kaempfernatur Hitlers liess keine ???abilien gelten. Er konnte keine 
Notiz von auftauchenden Bedenken nehmen, auch wenn er sie vielleicht selbst 
veranlasst hatte. Als ihn nun das Nein des Reichspraesidenten traf, da 
richtete sich sein Zorn nicht so sehr gegen diesen, nicht gegen den 
Reichswehrminister, von dessen Loyalitaet er ueberzeugt war, sondern gegen 
Herrn von Papen, dessen Einfluss als Kanzler er alle Schuld beimass. Und 
nun wandte sich sein Grimm gegen alles das, was ihm Herrn von Papen zu 
vertreten und zu verkoerpern schien. Gegen den "Adel", gegen den 
"Herrenklub". Weiter gegen das Kapital. Gegen das Buergertum. Er wird 
schicksalhaft abgedraengt von einem Wege, den er in urspruenglich gerechter 
Erkenntnis geschritten war, und automatisch muessen ihm die Werte, die er 
hatte gelten lassen, verzerrt erscheinen. Das, was er in der Machtstellung 
des Staatsmannes gebannt und in Fessel geschlagen haette, das muss er jetzt, 
von neuem zum Kampf um die Macht gedraengt, selbst benutzen. Denn das ist 
die tragische Erkenntnis dieser Nacht, dass Hitler in seiner Enttaeuschung 
ueber Papen sich ruestet, um bei den linken radikalen Massen einzubrechen, 
um dort Millionen neuer Hilfstruppen zu gewinnen -- im bewussten Verzicht 
auf die zahlenmaessig geringeren, dafuer aber wertvollen rechts 
eingestellten Mitkaempfer in seiner Partei, den Adel also, die Offiziere, 
die solchen Kurs nicht mitmachen wuerden. 

pp.142,143.

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