The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

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New Yorker Staats-Zeitung und Herold. 2.1.1941 
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ALLERHAND MERKWUERDIGES AUS HITLERS PRIVATLEBEN. 

In Muenchen hat der Kanzler noch seine alte 
Wohnung und seinen Stammtisch. -- Nebenbei 
macht er auch Entwuerfe fuer Silbersachen.

von Preston Grover ("Associated Press")

II.
Berlin, 1.Jan.-- Dass Adolf Hitler kuenstlerische 
Neigungen hat und malt, ist nichts Neues. Aber es 
hat sich noch nicht allgemein herumgesprochen, 
dass von seiner Hand auch die Entwuerfe fuer 
manche der kuenstlerisch ausgefuehrten Silbersachen 
stammen, die in seinem Haus in Berchtesgaden 
und bei geselligen Anlaessen in der Reichskanzlei 
in Berlin auf den Tisch kommen und dass er es 
sich auch angelegen sein laesst, Messer, Gabel 
und Loeffel, die er gern als Hochzeitsgeschenke 
weggibt, persoenlich auf Form, Gewicht usw. 
zu pruefen.

In der Umgebung des Fuehrers wird vielfach von 
ihm gesagt, er lege auf Aeusserlichkeiten und 
alltaegliche Dinge wenig wert. Hitler macht 
seinerseits kein Hehl aus seiner Abneigung 
gegen "preussische Puenktlichkeit, Steifheit 
und Pedanterie". Vielleicht ist es kein Zufall, 
dass er Muenchen, Bayreuth und Godesberg als 
seine Lieblingsstaedte bezeichnet und "Preussisch- 
Berlin" nie, nie, nie in diese Kategorie einreiht. 
In Muenchen unterhaelt Hitler noch heute dieselbe 
Wohnung (Prinzregentenplatz No.16) fuer die er 
schon vor zwanzig Jahren anfing, regelmaessig 
seine Miete zu entrichten. An der Tuer dieser 
Wohnung findet man noch das alte Schild mit 
der Aufschrift: A. Hitler, Schriftsteller". Er 
ist, wie kaum noch ausdruecklich gewsagt zu 
werden braucht, Verfasser eines der Buecher, 
die sich des groessten Absatzes ruehmen 
koennen -- "Mein Kampf". Es ist soviel 
Autographie wie politische Programmschrift. 
Bisher sind von dem Buche rund 6 Millionen 
Exemplare abgesetzt worden. 

Der bayrische Staat hat dem Fuehrer und 
Reichskanzler kuerzlich in Muenchen ein 
palastartiges Wohnhaus gebaut, das aber 
keine sonderliche Anziehungskraft auf ihn 
ausuebt. Am liebsten verbringt er die Zeit, 
in denen politische Sorgen ihn nicht an Berlin 
fesseln oder seine Anwesenheit an irgendeinem 
anderen Punkte Gross-Deutschlands oder eines 
der angegliederten oder besetzten Nachbarlaendern 
erforderlich machen, auf dem "Berghof" in 
Obersalzberg (nahe Berchtesgaden).

Alle seine Haeuser haben Luftschutzkeller. 
Der geraemige Keller der Reichskanzlei ist 
mehr als einmal von journalistischen Gaesten, 
denen es vergoennt war, dort eine Nacht in 
Hitlers Gesellschaft zu verbringen, eingehend 
beschrieben worden. 



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Man weiss, dass der Junggeselle Hitler es liebt, 
dort Kinder um sich zu haben. In grosser Zahl 
werden allabendlich Insassen und Insassinnen 
reichshauptstaedtischer Waissenhaeusser in 
maechtigen staatlichen Autobussen nach dem 
Luftschutzkeller der Reichskanzlei gebracht, 
wo sie sicher sein koennen, "ungekraenkten 
Schlummer" zu finden.

Hitler-Suiten und "Hitler-Stammtische".

Nicht allgemein bekannt ist es ausserhalb des 
Reiches, dass eine gute Anzahl von Hotels in 
deutschen Staedten besondere Suiten haben, 
die ausschliesslich dem Fuehrer zur Verfuegung 
stehen und niemals von einem anderen bewohnt 
werden. Es handelt sich hierbei nicht durchgaengig 
um Palasthotels. Eine dieser Hotels ist das Haus 
Elephant" in Weimar, ein keineswegs grosses 
Etablissement, uebrigens schon eine 
"Altertuemlichkeit", aber mit Zuhilfenahme 
von Parteigeldern in praechtiger Weise renoviert. 
Eine Luxus-Suite fuer Hitler birgt auch das 
"Rheinhotel Dresen" in Godesberg, das im Jahr 
1938 Schauplatz einer der geschichtlich 
denkwuerdigen Hitler-Chamberlain-Begegnungen 
war (in Muenchen empfing Hitler den Besuch des 
damaligen Britenpremiers und Mussolinis in seiner 
schon erwaehnten bescheidenen Wohnung am 
Prinzregentenplatz). Von den Fenstern des 
Dresenschen Hotels aus schweift der Blick 
ueber die schoensten Partien des malerischen 
und romantischen Rheintals. August Dresen, der 
Hotelier, ist ein alter Kriegskamerad und Intimus 
Hitlers. 

In Muenchen gibt es mehr als ein Lokal mit einem 
"Stammtisch" fuer den Mann, der jetzt seit nahezu 
acht Jahren an der Spitze des Reichs steht und 
nun Jahr um Jahr die europaeische Landkarte 
revidiert. Da ist zum Beispiel das elegante 
"Carlton-Teehaus", zu dem nur wenige Freunde 
den Weg finden, und das Restaurant im neuen 
"Haus zur deutschen Kunst". Es sind dies nicht 
die einzigen Muenchener Gaststaetten, die sich 
des Vorzugs eines Stammtisches erfreuen, dem 
der Schriftsteller A. Hitler angehoert. 
Privat-Chauffeur Hitlers ist nun der 
SS-Brigadefuehrer Kemka. Er lenkt den Wagen 
des Staatslenkers, seit Julius Schreck im Jahre 
1936 starb.

Auch in der Reichskanzlei -- die natuerlich 
gelegentlich grosse Staatsbankete sieht -- 
speist Hitler oft im Kreise weniger alter 
Mitkaempfer und Freunde. Haeufig ist dort 
auch Winifred Wagner, die Witwe Siegfried 
Wagners -- in deren Haende nun die 
kuenstlerische Oberleitung der Bayreuther 
Festspiele ruht -- zu Gast.

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