The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

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   In einem Beleidigungsprozess zu Muenchen plaediert der Gegner: "Herr 
Hitler wird ja nicht bestreiten, dass er grosse Geldsummen von 
auslaendischen Kapitalisten erhalten hat, z.B. aus der Tschechoslovakei 
... "  Ein kurzes, bellendes Auflachen des Angegriffenen, dann ein 
hoeflicher Schraegblick zum Richter "...es sind Zeugen dafuer vorhanden, 
so hat ein gewisser Ludecke..." Wieder das gleiche Lachen, und abermals 
der Blick zum Richter, etwa besagend: da sehen Herr Vorsitzender selbst: 
mit solchem Geschwaetz muss ein ernsthafter Mann seine Zeit verbringen!" 
... "Ich richte an Herrn Hitler die Frage, ob ihm ein Major X bekannt 
ist...." Jetzt springt er auf, schreit: "Der Herr Rechtsanwalt wagt es, 
Bestechung durch das Ausland einer Partei vorzuwerfen, die vom ersten 
Tage ihres Bestehens an kein anderes Ziel gekannt hat, als mit gluehendem 
Fanatismus fuer Deutschland zu kaempfen.  Der Herr Rechtsanwalt vertritt 
eine Partei, nach deren Geldgebern man nicht zu fragen braucht, denn sie 
sind bekannt.  Es sind die [unreadable] Volksgenossen Barkat [sp?], 
Kutisker [sp?] und Rosenfeld, und sie sind es mit vollem Recht, denn 
diese Partei vertritt tatsaechlich die Interessen ihres Volkes, naemlich 
des juedischen.  Wenn aber eine solche Partei nun ausserdem noch die 
Unverschaemtheit besitzt...." So tobt er minutenlang fort.  "Aber Herr 
Hitler!" ruft der Vorsitzende mehrmals mahnend dazwischen; vergeblich.  
Danach erhebt sich sein Anwalt Dr. Frank und bittet um eine kurze 
Verhandlungspause.  Nach der Pause ist Hitler verschwunden

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  pp.328,329.

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   Das ist der Mann mit Ordnung, Disziplin und ohne jede Ausfaelligkeit, 
den der Direktor Leybold bewunderte.  Das sind mehrmals starke Gegensaetze; 
das sind Verwandlungen der Persoenlichkeit.

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  p.329.

   Der Mensch Adolf Hitler hat, vergleichbar einem Medium, das "Phaenomene" 
aus sich hervortreten laesst, einen zweiten, durch gewaltige 
Willensanstrengung geschaffenen Hitler hervorgebracht.  Im Ruhezustande 
liegt dieser gewissermassen in dem normalen Hitler verkrochen, in den 
Momenten der Steigerung tritt er hervor und bedeckt ihn mit seiner 
ueberlebensgrossen Puppenmaske.  Diese Spaltung der Persoenlichkeit 
macht das Urteil ueber Hitler so schwer, sowohl in Bezug auf das Aeussere 
wie den Charakter.  Man koennte unterscheiden zwischen den beiden 
Persoenlichkeiten Hitler und Fuehrer.

   Hitler ist der Realschueler aus Linz, das "Muttersoehnchen", der 
herumlungernde Ansichtskartenzeichner; aber auch der Versammlungsredner, 
der den Masskrug hebt oder einen Tisch ueber die Buehne traegt und 
grinsend spricht: "No, meine lieben Volksgenossen, und wenn es so weit ist, 
wer kommt dann?  Gott der Gerechte, es ist der Herr Silberstein persoenlich 
und sagt, der Schlag soll mich treffen...." Aber auch der Mann, der in der 
Carlton-Teestube am Maximiliansplatz ein halbes Dutzend Mohrenkoepfe 
verschlingt, der im Deutschen Theater selig dem Jongleur Rastelli zuguckt, 
der an einem Tag zweimal im Kino sitzt, den Arm um die begleitende Dame 
gelegt -- das ist Hitler.  Waehrend einer entscheidenden Fuehrerkonferenz, 
die ueber den Praesidentschaftskampf gegen Hindenburg Entschluesse fassen 
soll, verbringt er die Abende (nach Goebbels "Tagebuch") so: "2. Februar.  
Abends sehen wir in einem Kino den Film "Maedchen in Uniform".  Ein 
fabelhaft gedrehtes Kunstwerk.  Bis spaet in die Nacht hinein debattieren 
wir noch. --  3. Februar.  Es ist gut, wenn man nach schweren, arbeitsvollen 
Tagen abends in einem Theater oder einem Kino Ausspannung sucht.  wir 
sehen einen Greta Garbo Film und sind ergriffen....  Der Fuehrer 
beschaeftigt sich in seinen Musestunden mit Bauplaenen fuer ein neues 
Parteihaus sowohl als auch fuer einen grandiosen Umbau der Reichshauptstadt.

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  p.330.

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Er hat das im Projekt fix und fertig. --  4. Februar.  Wir sind in einem 
Muenchner Atelier und schauen der Arbeit eines bekannten Bildhauers zu.  
Dann werden bei Professor Troost die Entwuerfe fuer den neuen Bau des 
"Braunen Hauses" geprueft.  Es ist wunderbar zu beobachten, wie sicher und 
unbeirrt der Fuehrer sich auf die kommende Uebernahme der Macht 
einstellt....  Abends schauen wir im National-Theater noch die 
"Fledermaus" an."

   Auch dieser Filmfreund, dieser in Operettenmusik und Bauplaenen 
schwelgende ist Hitler.

   Aber der junge Mensch, der mit brennenden Augen der 
Arbeiterdemonstration in Wien nachschaut; der roten Kopfes von der Tribuene 
die Pruegelei im Parlament ansieht; der Tribun, der im Buergerbraeukeller 
den Schuss in die Decke feuert; der vor dem Reichsgericht spricht: "Es 
werden Koepfe rollen;" der formulieren kann: "Die Erde ist nicht da fuer 
feige Voelker"; der Kanzler, der vier Stunden lang mit erhobenem Arm vor 
vorbeimarschierender SA steht; der 1933 der Sozialdemokratie im Reichstag 
zuruft: "Ich will Ihre Zustimmung nicht, Deutschland soll frei werden, 
aber nicht durch Sie!" -- das ist der Fuehrer.

   ...Hier haben wir nur eine besonders schroffe und reine Spaltung der 
Persoenlichkeit, eine Psychiatern wohlbekannte Erscheinung.  Eigentuemlich 
ist die starke Mitwirkung des Willens, der wie ein Keil in diesen Schlitz 
faehrt, der die beiden Persoenlichkeiten geradezu planmaessig 
auseinanderreisst und miteinander vertauscht.  Diese Spaltung der 
Persoenlichkeit hat den Charakter des Gewollten, sie traegt hysterische 
Zuege.

   Hitler ist der sensible Mensch, die "Kuenstlernatur", das unvergleichliche 
Stimmungsbarometer der Masse, der Witterer der politischen Atmosphaere.  
Hitler ist der passive "Kork der Revolution", wie ihn Otto Strasser genannt 
hat, der immer die Hoehe der Stroemung anzeigt, der die Umstaende nicht 
meistert, aber von ihnen getragen wird; der fast nie Entschluesse fasst 
und jede Entscheidung bis zur Katastrophe verzoegert.  Dieser Hitler ruft 
Otto Strasser zu: "Autarkie ist Unsinn, wir muessen eine neue Weltwirtschaft 
auf zweitausend Jahre hinaus aufbauen"; aber schon im naechsten Augenblick, 
als der Bruder Gregor Strasser widerspricht, lenkt er ein: "Schoen, 
Autarkie, vielleicht in hundert Jahren, aber vorlaeufig brauchen wir noch 
die Weltwirtschaft!"

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  pp.330,331.

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Der Mann, der die stumme Masse, ihr selber unbewusst, mit geistigem Ohr 
reden hoert und dieser Seelensprache Stimme gibt; aber auch der Schrecken 
der Bueros, der seinen Redakteur ohrfeigt; der Reichskanzler schliesslich, 
der aus einer Mappe voller unterschriftsreifer Gesetzentwuerfe den obersten 
herauszieht und so lange redet, bis der Adjutant meldet, der Wagen sei 
vorgefahren, und die Mappe ohne Unterschriften wieder beiseite gelegt 
werden muss -- das ist Hitler.

   Aber der Mann, der nachts um 2 Uhr in Hangelar am Rhein ploetzlich ein 
Flufzeug besteigt und dann im Laufe der naechsten zwoelf Stunden Hunderte 
von Menschen, darunter seinen besten Freund, erschiessen laesst; ebenso 
der Mann, der auf dem Nuernberger Parteitag zu einem jungen Maedchen sagt: 
"Du wirst diesen Tag nie vergessen" und sie dann so lange anstarrt, bis 
sie zu weinen anfaengt -- das ist der Fuehrer.

   Der Fuehrer war er auch, als er an der Feldherrnhalle der Landespolizei 
"Ergebt Euch!" zurief.  Aber als er nach den ersten Schuessen aufs Auto 
sprang - da war er Hitler.

   Diese Persoenlichkeitsspaltung beginnt frueh.  Sie ist schon beim 
jungen Hitler zu finden.

   Der "Fuehrer" besitzt alle Eigenschaften, die durch Willensanstrengung 
sich verstaerken lassen.  Seine Tatkraft ist gross, seine Entschluesse 
sind schnell, gegen eigenen und fremden Schmerz ist er hart, in 
Anstrengungen ausdauernd, im Genuss maessig, und eine Kabinettsitzung 
kann, wenn es wirklich sein muss, zwoelf Stunden dauern.  Aber dieser 
Fuehrer lebt immer nur kurze Zeit; dann sinkt er wieder zurueck, und das 
natuerlichere Menschenbild Adolf Hitler steht da.  Der Fuehrer ist ein 
vollendetes Geschoepf der Volksphantasie, in der Adolf Hitler lebt und 
fuer die er sein ueberlebensgrosses Bild geschaffen hat.  Man kann nicht 
einmal sagen, dass die Propaganda dieses Bild verschoent; er ist fuer 
wenige Stunden wirklich ein ungewoehnlicher Lesebuch-Held: zynisch wie 
Friedrich der Grosse, brutal wie Napoleon und guetig wie der Kaiser Franz 
Joseph.

   Die Eigenschaften des Fuehrers wuerden wegen ihrer Kurzlebigkeit an 
sich kaum fuer einen grossen Erfolg ausreichen.  Dazu bedarf es eben doch 
der Eigenschaften Hitlers.  Er hat dank seiner Sensibilitaet ein grosses 
Stueck Welt in sich: er weiss von menschlichen Zusammenhaengen, die die 
Politik nahe beruehren, weit mehr als schaerfere Geister -- aber freilich 
auch nur von dem, was senem Wesen gemaess ist.

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  pp.331,332.

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Wir hoerten ihn seine Methode des Lesens schildern: er nimmt nur auf, was 
ihm in den Kram passt; anderes, vielleicht sachlich Wichtigeres, dessen 
Brauchbarkeit er im Augenblick nicht einsieht, wird nicht zur Kenntnis 
genommen.  Er bemueht sich nicht um Wissen, sondern ergoetzt sich an ihm; 
er weiss das Angenehme, nicht das Notwendige.  So entsteht in diesem gar 
nicht beschraenkten Kopf doch das Weltbild eines Stammtischphilisters, 
mit einer kindlich personalistischen Erklaerung der Geschichtskraefte.  
Hitler kennt seine Welt, die des politischen Menschen, in allen Winkeln 
und Brechungen; aber er kennt die Welt der Sachen nicht.  Bisweilen 
gelingen ihm erstaunliche Wuerfe; als seine Diplomaten ihn im Fruehjahr 
1935 beschworen, doch nun endlich England nicht weiter herauszufordern, 
da setzte er gerade auf die bisherigen Brueskierungen auch noch neue 
Flottenforderungen -- und behielt recht.  die Englaender liessen sich 
duepieren und bewilligten.

   Zu seiner intuitiven Welterfuehlung -- die etwas anderes ist als 
Instinkt (Intuition ist Erfassung einer Ganzheit, Instinkt die einer 
Besonderheit) -- kommt eine eigentuemliche logische Faehigkeit hinzu.  
Er kann mit bezwingender Folgerichtigkeit von einer gegebenen Praemisse 
her entwickeln; er gelangt so, wenn die Voraussetzungen richtig sind, zu 
verblueffenden Voraussichten.  Aber erstens sind die Praemissen bei ihm 
nur in einer bestimmten Spaehre, naemlich in der des politisch 
reagierenden Menschen richtig.  Sodann fehlt ihm der Blick, Begriffe und 
Urteile gegeneinander abzumessen; er kann Entwicklungsreihen ableiten, 
aber keine Widersprueche feststellen.  Wenn er es doch tut, sind es meist 
Trugschluesse. ....

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  pp.332,333.

   Luegt er eigentlich bewusst ?

Auf diese Frage gab einer seiner engsten Mitarbeiter, ein heute an hoher 
Stelle stehender Mann, vor Jahren die merkwuerdige Antwort:

   "Ich kann es bei Adolf am Satzbau merken, ob er es ehrlich meint oder 
ob er bewusst schwindelt".

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  p.333.

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   Wenn Hitler, so meinte sein Gefaehrte, das Objekt auf ungewoehnliche 
Art ans Ende des Satzes hinter das Verbum stelle, dann glaube er nicht, 
was er sage; lasse er es aber an seinem gewoehnlichen Platz, dann sei er 
subjektive ehrlich.  Etwa so: "Aufrichten wollen wir ein Deutsches Reich 
der Kraft und Herrlichkeit..." das sei Luege, verdecke nur die wahren 
Gedanken.  Aber: "Wir wollen ein Deutsches Reich der Kraft und 
Herrlichkeit aufrichten..." -- das sei echt.

   .... Tatsaechlich sind hier zwei Personen vorhanden, von denen man 
keine fuer die andere verantwortlich machen darf.  Buergerlich gesprochen, 
bedeutet das Herrn Hitlers Unzurechnungsfaehigkeit.  Aber Hitler ist ja 
kein Mensch, mit dem ein Vernuenftiger Vertraege schliesst; sondern ein 
Phaenomen, das man erschlaegt oder von dem man erschlagen wird.

   Das alles ist nichts gespenstisches, sondern ein krasser Fall des oft 
geschilderten "Ueber sich selbst Hinauswachsens": eine ruckhafte 
Zertrennung des Selbst-Bewusstseins, bei dem geistige und sittliche Baender 
reissen, Pflichten, Versprechungen und selbst Freundschaften vergessen 
werden.  Dann macht man einen Rutsch, den man durch Ehrenworte abgeschworen, 
bricht ein Regierungsbuendnis, das man in die Hand seines Feldmarschalls 
gelobt hat, und erschiesst den naechsten Freund.

   Dieses Auseinandertreten der Persoenlichkeit gibt der Gestalt die 
magnetische Spannung, die beim blossen Anblick Hitlers mit Recht so 
unbegreiflich erscheint.  Man erlebt die Verwandlung eines unbedeutenden 
Menschen in einen bedeutenden.

   .... Der Hoerer einer guten Rede Hitlers erlebt die Entstehung des 
Fuehrers aus dem Rohstoff; der Redestrom strafft ihn wie ein Wasserstrahl 
einen Schlauch, der Hitler faellt ab, der Fuehrer steht da. ... Ein Herr 
mit einem komischen Schnurrbart wird ein Erzengel und die Banalitaet zum 
Donnerwort.  Eine Erhebung, die jeden mithebt.  Aber doch nur die Fata 
Morgana eines grossen Mannes; der Erzengel tritt ab, und Hitler sitzt 
schweissgebadet, mit verglastem Blick auf dem Stuhl.  Man wirft ihm seine 
gebrochenen Versprechen vor.  Aber der ganze Fuehrer ist ein truegerisches 
Versprechen, denn nur Hitler ist die Erfuellung.

   .... Hitler ist ein Kind der Einsamkeit, der Fuehrer ist ein Kind der 
Masse.

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  pp.334,335.

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   Es gibt keine Bilder von Hitler.  Keine Photographie erfasst dieses 
Doppelwesen, das ewig zwischen seinen beiden Polen hin- und herzuckt.  
Was es gibt, sind Zustandsaufnahmen des Rohstoffes Hitler.  Er ist nie er 
selbst; er ist in jedem Augenblick eine Luege von sich selbst; darum ist 
jedes Bild falsch.  Die Platte haelt nur die aeussere Erscheinung fest, 
und diese Erscheinung ist nun einmal eine minderwertige Huelle.  Das 
Gesicht ein ausdrucksloser Untergrund, auf den mit spaerlichen Mitteln 
eine rohe Maske aufgetragen ist.  Es laesst sich nicht bestreiten, dass an 
dieser Maske Haarstraehne und Schnurrbartbuerste das Ausdrucksvollste sind; 
die von Bewunderern geruehmte Kraft des Auges wirkt auf nuechterne 
Beobachter wie ein gieriges Stechen ohne jeden Schimmer von Anmut, der den 
Blick erst zwingend macht; ein Blick der mehr verjagt als fesselt.  Die 
Lippen sind schmal; die haesslichen Zuege, namentlich die fliehende Stirn 
und die unpassende Nase hat der Professor Gruber richtig gesehen.  In 
seiner neutralen Rohheit ist dies Gesicht ein idealer Tummelplatz fuer 
die wechselnden Ausdruecke, die darueber hinwegziehen.  Die haarbedeckten 
Teile stecken fuer die Ausdrucksmoeglichkeiten einen bestimmten Raum ab 
und legen ueber den ewigen unruhigen Wechsel den Schimmer einer gewissen 
Haerte.  Man kann das [unreadable] sagen: der Schnurrbart ist der Fuehrer.

   .... Aus was fuer einem Gesicht hat nun Adolf Hitler was fuer ein 
Gesicht gemacht?  Eine kalmueckische Anlage mit hochstehenden Backenknochen 
und geschlitzten Augen, etwas grausam und leicht schreckhaft aussehend, ist 
durch Haar und Bart zum Modell "schoener Mann" gewaltsam vermanscht worden 
-- ob das Ziel erreicht wurde, ist Geschmacksache.  Anfangs wurde das Haar 
zu diesem Zweck fast in der Mitte gescheitelt und nach hinten gekaemmt; 
spaeter verfiel er auf die affektierte, an der Stirn klebende Haarstraehne.  
Ein pedantisches Streben nach dem buergerlichen Normalgesicht, moeglichst 
weit weg vom Bohemien und "Schlawiner"; moeglichst nahe am Durchschnitt, 
moeglichst fern vom Individuellen.  Ein Mensch, der keine Freude an seinem 
natuerlichen Aeusseren hat, sondern es versteckt.  Hitler ist als 
Normalmensch maskiert.

   Nach dem Durchschnitt strebt er auch in der Kleidung.  Seit Beginn 
seiner Laufbahn ist er angezogen wie ein Herr aus dem Modealbum; zunaechst 
mit bescheidenen Mitteln, spaeter elegant aber sehr normal.  Es ist kein 
guenstiges Zeichen fuer einen Menschen, wenn im Gesamteindruck die 
Kleidung sich hervordraengt und ueber Figur und Gesicht.

Heiden, Konrad: Adolf Hitler. 1936.  pp.336,337.

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