The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

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Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933
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Dem Gebildeten sagte man, Hitler sei nur eben des Lesens 
und Schreibens kundig. Dabei hat eine Buecherei von 6000 
Baenden und schrieb ein Buch von etwa 800 Seiten. Man sagt, 
alle Gedanken, die er vorbringe, seien ihm von Gebildeten und 
Gelehrten erst eingegeben und eingepflanzt -- dabei strotzt 
sein Buch "Mein Kampf", das doch jeder lesen kann, von 
urspruenglichen, urwuechsigen Gedanken. Weiter sagt man 
den Gebildeten, Hitler sei nicht mehr, als ein verhetzter 
Arbeiter, der seine Kameraden auf die Unternehmer loslasse -- 
derweilen befindet er sich im erbitterten ringen gegen allen 
Klassenkampf. Den Arbeitern sagt man, er sei ein Knecht der 
Fuersten, ein Werkzeug der Geldleute; er wolle die Arbeiter 
um ihre Errungenschaften prellen -- dabei ist Hitler der 
unabhaengigste Mensch, den man sich denken kann; ausserdem 
herausgewachsen aus dem Volke, dessen Noete und Sorgen er 
genau kennt. Oder sagt man dem Arbeiter, Hitler sei ein Prasser 
und Schlemmer, mit allen Lastern behaftet -- dabei lebt er 
geradezu vorbildlich enthaltsam, trinkt nicht, raucht nicht, 
haelt Leib und Seele rein und in leistungskraeftiger Spannung. 

Ja, der einsichtige Arbeiter hat laengst herausgefuehlt, 
dass Hitler nicht mehr sein will, als seinesgleichen, dass 
er ein Fuehrer ist nicht von oben herab aus Machtgier, 
sondern aus der Mitte derer heraus, bei denen Leid, Enge, 
Muehe und Not wohnen. Mit solchen war er beisammen in 
Wien, als einfacher Hilfsarbeiter im Bauhandwerk. So ist 
es gekommen, dass sein mitfuehlendes Herz immer und 
ueberall Teilnahme, Mitleid, Mitsinn fuer alle die Volksschichten 
bewahrte, welche die Arbeit nicht vor Armut schuetzt. Aber 
noch ein anderer Zug seines Wesens wird offenkundig aus den 
Wiener Jahren: ein Zug, der auch wieder unsere Herzen gewinnt; 
die charaktervolle Selbstbehauptung. Der Wiener Arbeiter ist 
nicht in der Masse untergegangen. Er hat sich von ihren Ansichten 
oder Stimmungen nicht vergewaltigen lassen. So lebendig Hitler 
mit seinen Arbeitsgenossen fuehlte, die politische Genossenschaft 
lehnte er ab. Mit staunenswerter Schaerfe des Urteils unterschied 
Hitler als junger Mann zwischen dem Elend der Arbeiter und den 
Mitteln und Wegen, die damals Hilfe verhiesen. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.pp.5,6,7. 



Dass er nicht zum Offizier aufstieg, hat seinen Grund einfach darin, 
dass ihn das Regiment wegen der klugen Kaltbluetigkeit schaetzte 
und ihn als Meldegaenger nicht entbehren wollte. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.p.9.


Hitler wird nicht muede in seiner grossen Suche den Segen 
jeder Arbeit zu [unreadable]. Insofern heisst er auch die 
Geistesarbeiter willkommen, sofern sie sich eingliedern und einfuegen. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.pp.10,11. 



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Eine gewaltige, allumfassende Liebe zum arbeitsamen deutschen 
Volke durchzieht und durchdringt Hitlers Gedankenwelt. Volk und 
Vaterland, das sind die Begriffe, die er vorabstellt, aus denen er 
auch ableitet, was ueben Staat zu sagen ist. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.p.11. 




Was hier an Einzelheiten herausgegriffen ist, zeigt zur Genuege 
den weiten [unreadable] schargen Blick des Erziehers. Dazu sei 
noch bemerkt. dass Hitler persoenlich die Jugend jeden Alters, 
vom Kinde bis zum selbstbewussten Juengling und Maedchen, 
unmittelbar versteht, durch angeborenes Geschick richtig zu 
behandeln weiss. Er braucht keine herablassende Muehe, wenn 
er mit jungen Leuten verkehrt. Seine kindliche Natur weiss 
Bescheid, wie die Kindheit oder Jugend fuehlt. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.p.13. 




Also kann blosse Gewalt auch nicht das verwirklichen, was wir 
erstreben. Vielmehr denkt sich Hitler eine lebendige, 
schaffensfreudige und schoepferische Beteiligung aller 
irgendwie wertvollen Koepfe, von denen jeder eine Verantwortung 
uebernimmt, in dem Fache, zu der ihn seine Faehigkeit hinfuehrt. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.p.22. 




Vor allem faellt auf, wie inbruenstig er fuer die Armen und 
Aermsten, fuer alle von den Geldmaechten unterdrueckten 
und Ausgebeuteten eintritt. Und zwar tat er das, eigner 
Leiden eingedenk, aus menschlichem Mitgefuehl; ein Zug, 
der Karl Marx voellig abging. Ein Sozialdemokrat, der ehrlich 
denkt, kann bei Hitler wirklich keine Spur einer vermeintlichen 
"Reaktion" finden, welche die Errungenschaften des Arbeiters 
rueckgangig machte. Von Fall zu Fall wurde zum Beispiel ueber 
das Streikrecht von der Parteileitung entschieden. Ebenso 
erkennt Hitler die Notwendigkeit der Gewerkschaften an. 
Aber Hitler besteht darauf.... ....Weiter kommt in Betracht, 
dass Hitler tiefer als alle anderen das Politische in einer 
sittlichen Weltanschauung verankert. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.pp.27,28. 



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Mit einer von den Zeitgenossen unerreichten Sprechgewalt hat 
er boeswillige und verstockte, wie bereitwillige Hoerer 
ueberwaeltigt..... ....er kannte das Leben, er kannte die seelische 
Verfassung der Menschen, die da zusammenkamen; er verstand 
es, sie alle einander naeher zu bringen, zusammenzuschweissen, 
wohlgemerkt, ohne ihnen nach dem Munde zu reden.... 

....in der Tat, etwas [unreadable] trank die Masse aus den 
Reden des treuen Fuehrers: den Keim des Willens. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.p.30. 

Aus einer nicht angelernten, sondern angeborenen Kenntnis des 
menschlichen Seelenlebens heraus versteht Hitler seine Kaempfer grosszuziehen. 

Grumsky, Karl: Warum Hitler ? 1933.p.32.

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