Message-Id: <199607140013.AAA49281@smtp-gw01.ny.us.ibm.net> From: Gord McFeeDate: Sat, 13 Jul 96 20:15:18 To: Ken McVay I have added the German text, and revised the translation. It is much better than before, but there are still parts that are a bit awkward. I find this to be a very revealing text. There may still be typos in the German original--my eyes are getting worse every day. Can I post it to alt.revisionism? [begin text] ICH, ALBERT SPEER, kenne die Bedeutung eines Eidesstattlichen Versicherung und erklaere hiermit wie folgt an Eides Statt: Heute in Heidelberg, Schloss-Wolfsbrunnenweg 50, wohnhaft, habe ich das Studium eines Architekten an der Technischen Universitaet in Berlin-Charlottenberg mit dem akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs abgeschlossen. Ich wurde nach 1933 Hitlers Architekt, ab 1942 der fuer die Ruestung in der Regierung Hitlers verantwortliche Minister. Im Prozess des Internationalen Militaertribunals in Nuernberg zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, wurde ich am 1. Oktober 1966 entlassen. Danach schrieb ich zwei Buecher: "Erinnerungen" und "Spandauer Tegebuecher". Der Judenhass war der Motor und Zentralpunkt Hitlers, vielleicht sogar das eigentliche ihn bewegende Element. Das deutsche Volk, die deutsche Groesse, das Reich, das alles bedeutete ihm letzten Endes nichts. Daher wollte auch der Schluss-Satz seines Testaments uns Deutsche nach dem apokalyptischen Untergang auf einem erbaermlichen Judenhass festlegen. Ich war in der Reichstagssitzung vom 30. Januar 1939 anwesend, als Hitler versicherte, dass bei einem Krieg nicht die Deutschen, sondern die Juden vernichtet wuerden. Dieser Satz war mit derartiger Bestimmtheit gesagt, dass ich an der Absicht, sie durchzufuehren, nicht haette zweifeln duerfen. Er hat diese Ankuendigung seiner Absichten am 30. Januar 1942 in einer Rede, die mir ebenfalls bekannt war, wiederholt: Der Krieg wuerde nicht enden, wie die Juden es sich vorstellen, durch die Ausloeschung der europaeisch-arischen Voelker, sondern das Ergebnis des Krieges wuerde die Vernichtung der Juden sein. Diese Wiederholung seiner Worte vom 30. Januar 1939 war nicht einmalig. Oft pflegte er seine Umgebung an die Bedeutung dieses Satzes zu erinnern. Wenn er auf die Opfer der Bombenangriffe zu sprechen kam, besonders nach den schweren Angriffen auf Hamburg im Sommer 1943, wiederholte er ein ums andere Mal, dass er diese Opfer an den Juden raeche; ganz als kaeme ihm der Luftterror gegen die Zivilbevoelkerung gerade recht und liefere ihm ein spaeteres Ersatzmotiv fuer ein lang beschlossenes und aus ganz anderen Persoenlichkeitsschichten stammendes Verbrechen. Ganz, als wollte er mit diesen Bemerkungen das eigene Massenmorden rechtfertigen. Bei temperamentvollen Hassausbruechen konnte bei Hitler eher auf eine Aenderung in gemaessigtere Bahnen gehofft werden. Es war daher die Bestimmtheit und die Kaelte, die seine Hassausbrueche gegen die Juden so glaubhaft machten. Wenn er auf anderen Gebieten mit kalter und leiser Stimme grauenhafte Entschluesse bekanntgab, so wusste seine Umgebung und ich, dass es nun ernst geworden war. Und gerade eben mit dieser kalten Ueberlegenheit stellte er, auch bei der gemeinsamen Mittagstafel, fest, dass er die Juden in Europa vernichten will. Der Gauleiter von Niederschlesien, Kark Hanke, besuchte mich im Sommer 1944. Hanke hatte sich im polnischen und franzoesischen Feldzug durch seine Tapferkeit ausgezeichnet. Er was sicher kein Mann, der ohne weiteres in Schrecken versetzt wurde. Daher hatte es besonderes Gewicht, als er mir damals erschuettert sagte, dass sich in einem Konzentrationslager seines Nachbargaues Oberschlesien ungeheurliche Dinge ereignen. Er sei dort gewesen und nie koenne er vergessen, was er an Furchtbarem dort gesehen habe. Er erwaehnte zwar keine Namen, aber es muss sich um das in Oberschlesien gelegene Auschwitz gehandelt haben. Aus der Erregung dieses kampferprobten Soldaten konnte ich entnehmen, dass etwas Unerhoertes geschah, wenn es selbst diesen alten Parteifuehrer Hitlers fassungslos machte. Es gehoerte zur Arbeitsweise Hitlers, dass er auch wichtige Befehle an seine Vertrauten muendlich weitergab. Auch in den Fuehrerprotokollen meiner Besprechungen mit Hitler, die im deutschen Bundesarchiv lueckenlos erhalten sind, gibt es zahlreiche Befehle auch auf wichtigen Gebieten, die Hitler mir offensichtlich nur muendlich gab. Es ist daher der Arbeitsweise Hitlers entsprechend und darf nicht als eine Luecke angesehen werden, dass kein schriftlicher Befehl zur Vernichtung der Juden vorliegt. Die Ermordung der Juden in den Vernichtungslagern wurde vor Gericht (I.M.T.) von Zeugen und durch Dokumente vorgebracht und von keinem der Angeklagten ernstlich bestritten. Die Rede Himmlers am 4. Oktober 1943 vor den SS-Fuehern, in der er deutlich machte, was in den Vernichtungslagern geschah, wurde durch die Verteidigung nicht als Faelschung in Misskredit gebracht, wie es beispielweise mit dem Hossbach-Protokoll geschah. Frank hat die Echtheit seines Tagebuches, das er nach eigener Angabe bei seiner Verhaftung den Amerikanern uebergab, nie bestritten. In ihm sind Bemerkungen enthalten, die beweisen, dass die Juden in Polen, bis auf einen Rest von 100 000, ausgeloescht seien. Auch diese Aeusserungen Franks wurden von den Angeklagten ernst genommen, Kritik beschraenkte sich auf die Dummheit, dieses diskriminierende Tagebuch den "Gegnern" ueberlassen zu haben. Shirach bestaetigte im vertraulichen Gespraech, schon waehrend des Prozesses, dass er bei einer Rede Himmlers an die Gauleiter in Posen anwesend gewesen sei (am 6. Oktober 1943), in der Himmler klar und unmissverstaendlich die Toetung der Juden als ein zum groessten Teil durchgefuehrtes Programm verkuendete. Er kam auf dieses Ereignis, das ihn seelich belastete, auch waehrend der Spandauer Gefaengniszeit zurueck. Goering hat in seinem Schlusswort von den schweren Verbrechen gesprochen, die im Prozess bekantgeworden seien, er verurteilte darin die furchtbaren Massenmorde, fuer die ihm jedes Verstaendnis fehle. Streicher verdammte in seinem Schlusswort Hitlers Massentoetungen der Juden. Fuer Fritzsche war, ebenfalls in seinem Schlusswort, der Mord von 5 Millionen eine grausige Warnung fuer die Zukunft. Die Worte dieser Angeklagten unterstuetzen meine Feststellung, dass die Angeklagten und die Verteidiger waehrend des Nuernberger Prozesses die Massenmorde an den Juden als geschehen anerkannten. Der Nuernberger Prozess bedeutet fuer mich noch heute einen Versuch, zu einer besseren Welt vorzustossen. Die Begruendung meines Urteils durch das Internationale Militaergericht erkenne ich auch heute noch als im allgemeinen korrekt an. Ich halte es aber darueberhinaus heute noch fuer richtig, die Verantwortung und damit die Schuld fuer alles auf mich zu nehmen, was nach meinem Eintritt in die Hitler-Regierung am 8. Februar 1942 an Verbrechen, im generallen Sinne, begangen wurde. Nicht die einzelnen Fehler belasten mich, so gross sie auch sein moegen, sonderen mein Handeln in der Fuehrung. Daher habe ich mich fuer meiner Person im Nuernberger Prozess zur Gesamtverantwortlichkeit bekannt und tue dies auch heute noch. Meine Hauptschuld sehe ich immer noch in der Billigung der Judenverfolgungen und der Morde an Millionen von ihnen. ____________________ ALBERT SPEER I, ALBERT SPEER, understand the meaning of an affirmation in lieu of a sworn statement, and, in lieu of a sworn statement, declare as follows: Resident today in Heidelberg, Schloss-Wolfsbrunnenweg 50, I completed the study of architecture at the Technical University in Berlin-Charlottenberg with the academic degree of a Diploma in Engineering. After 1933, I was Hitler's architect, from 1942, the responsible minister for armaments in Hitler's government. Sentenced to twenty years imprisonment at the trial of the International Military Tribunal at Nuremberg, I was released on October 1, 1966. Thereafter, I wrote two books: "Erinnerungen" (_Inside the Third Reich_ in English) and "Spandauer Tagebuecher" (_Spandau: The Secret Diaries_ in English). Hatred of the Jews was the driving force and the central topic for Hitler, perhaps even the only element that moved him. The German people, German greatness, the Reich, they all meant nothing to him in the final analysis. Hence the closing sentence of his Testament sought to commit us Germans to a wretched hatred for the Jews after the apocalyptic ruin. I was present at the Reichstag session of January 30, 1939 when Hitler affirmed that if there were a war, the Jews would be exterminated, not the Germans. This sentence was voiced with such determination that I ought not to have doubted his intention to carry it through. He repeated this announcement of his intentions on January 30, 1942 in a speech that was known to me: the war would not end, as the Jews planned, with the removal of the European-Aryan peoples, rather the result of the war would be the extermination of the Jews. This repetition of his words of January 30, 1939 was not a singular event. He was in the habit of often reminding his entourage of the meaning of this sentence. When he spoke of the victims of the bombing attacks, especially after the heavy attacks on Hamburg in the summer of 1943, he repeated to us again that he would avenge these victims on the Jews; fully as if the air terror against the civilian population came in handy and delivered to him a new replacement motive for a long ago decided crime, and one that stemmed from a completely different layer of his personality. Fully as if he wanted to justify the mass murders with these remarks. Previously on the occasion of Hitler's temperamental outbursts of hatred, one could hope for a change towards moderation. Thus, it was the exactitude and the coldness that made his outbursts of hatred against the Jews so believable. When he in other spheres made known dreadful decisions in a cold and gentle voice, his entourage and I knew that it had now become serious. And with this same cold reflection, even at the communal dinner table, he declared that he would exterminate the Jews in Europe. The Gauleiter of Lower Silesia, Karl Hanke, visited me in the Summer of 1944. Hanke had distinguished himself with his bravery in the Polish and French campaigns. He was certainly no man who would be frightened easily. Thus, it had particular weight when he told me, shaken, that horrible things were taking place in a concentration camp in his neighboring Gau, Upper Silesia. He had been there and he would never be able to forget the dreadful things he had seen there. He mentioned no name, but it must have had to do with Auschwitz which was in Upper Silesia. From the excitement of this battle-proven soldier, I could deduce that something outrageous was taking place, if it could make one of Hitler's old Party leaders so disconcerted. Part of Hitler's working style was that he transmitted even important orders verbally to his confidants. Even in Hitler's minutes of our discussions, which are complete in the Bundesarchiv (Federal archives), there are innumerable orders, dealing even with important topics, that Hitler obviously only gave me verbally. It is therefore consistent with the working style of Hitler and should not be seen as a gap, that there is no written order to exterminate the Jews. The murder of the Jews in the extermination camps was brought before the court (IMT) through witnesses and documents and was not seriously contested by any of the accused. The Himmler speech of October 4, 1943 to the SS leaders, in which he made it clear what was going on in the extermination camps, was not discredited by the defense as a forgery as for example was the Hossbach Memorandum. Frank never contested the validity of his diary which he gave to the Americans by his own statement during his captivity. It contains remarks that prove that the Jews of Poland, with the exception of a remainder of 100,000, had been removed. These statements of Frank were also taken seriously by the accused, criticisms being limited to the stupidity of having given this discriminating diary to the "adversary". Shirach confirmed in a confidential discussion during the trial that he had been present at a speech of Himmler to the Gauleiters in Posen (on October 6, 1943), in which Himmler clearly and unmistakably described the killing of the Jews as an essentially completed program. He returned to this experience, which disturbed him psychologically, during the incarceration in Spandau. In his closing remarks Goering spoke of the serious crimes that had been made known during the trial, he condemned the dreadful mass murders, which he simply could not comprehend. Streicher condemned in his closing remarks Hitler's mass murder of the Jews. For Fritzsche, also in his closing remarks, the murder of 5 million was a warning for the future. The words of these accused support my position that the accused and their defense lawyers during the Nuremberg Trial acknowledged the mass murder of the Jews as having taken place. The Nuremberg Trial means for me still today an attempt to put in place a better world. The foundation for my sentence by the International Military Tribunal I acknowledge still today as generally correct. I nevertheless above and beyond that hold today that the responsibility and therewith the guilt are on me for crimes that were committed, in the general sense, after my entry into the Hitler government on February 8, 1942. It is not the individual mistakes that burden me, as large as they might be, but my performance in the leadership. Thus, I declared myself, in respect of my person, as standing for collective responsibility during the Nuremberg Trial and do that to the present day. My major guilt I still see in the approval of the persecution of the Jews and the murder of millions of them. _________________________ ALBERT SPEER [end text] -- Gord McFee (gmcfee@ibm.net) I'll write no line before its time
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