The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

Shofar FTP Archive File: people/w/wetzel.erhard/wetzel-lohse.411025.de


This file is the German transcription of the Letter from
Dr. Erhard Wetzel to Reichskommissar Lohse, October 25, 1941
[Hitler and the Final Solution - G. Fleming, University of
California Press, 1984, p. 70]

It is of interest because in the English translation, a
"Brack Device" is mentioned, actually a mistranslation,
which is the cause of some irritation. This "device",
which is of course nowhere documented, serves as "proof"
for the Holocaust-deniers that the authenticity of the
letter is questionable.

The better translation would be "Brack's means" or 
"Brack's methods".

Nele Abels-Ludwig
abels@stud-mailer.uni-marburg.de
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Nürnberg Dok. No. 365. (Photocopy in the Institut für
Zeitgeschichte, München). Quoted in: Anatomie des
SS-Staates, 6th ed., München, DTV, 1994, p. 649.


Der Reichsminister			Berlin, den 25. Okt. 1941
für die besetzten Ostgebiete  		Geheim!
Sachbearbeiter: AGR. Dr. Wetzel

Betr. Lösung der Judenfrage

1. An den
   Reichskommisar für das Ostland
   Betr. Ihren Bericht vom 4. 10. 1941 bezüglich Lösung
         der Judenfrage

Unter Bezugnahme auf mein Schreiben vom 18. Okt. 1941
teile ich Ihnen mit, daß sich der Oberdienstleiter Brack 
von der Kanzlei des Führers bereit erklärt hat, bei der 
Herstellung der erforderlichen Unterkünfte sowie der
Vergasungsapparate mitzuwirken. Zur Zeit sind die in
Betracht kommenden Apparate in genügender Anzahl nicht
vorhanden, sie müssen erst hergestellt werden. Da nach
Auffassung Bracks die Herstellung der Apparate im Reich
viel größere Schwierigkeiten bereitet als an Ort und
Stelle, hält es Brack für am zweckmäßigsten, wenn er
umgehend seine Leute, insbesondere seinen Chemiker
Dr. Kallmeyer, nach Riga sendet, der dort alles Weitere
veranlassen wird. Oberdienstleiter Brack weist darauf hin,
daß das in Betracht kommende Verfahren nicht ungefährlich
ist, so daß besondere Schutzmaßnahmen erforderlich seien.
Unter diesen Umständen bitte ich Sie, sich über Ihren
höheren SS- und Polizeiführer an Oberdienstleiter Brack
in der Kanzlei des Führers zu wenden und um die Entsendung
des Chemikers Dr. Kallmeyer sowie weitere Hilfskräfte
zu bitten. Ich darf darauf hinweisen, daß Sturmbannführer
Eichmann, der Sachbearbeiter für Judenfragen im Reichs-
sichherheitshauptamt, mit diesem Verfahren einverstanden
ist. Nach Mitteilungen von Sturmbannführer Eichmann
sollen in Riga und in Minsk Lager für Juden geschaffen
werden, in die evtl. auch Juden aus dem Altreichgebiet
kommen. Es werden zur Zeit aus dem Altreich Juden 
evakuiert die nach Litzmannstadt, aber auch nach anderen
Lager kommen sollen, um dan später im Osten, soweit
arbeitsfähig, in den Arbeitseinsatz zu kommen.
Nach Sachlage bestehen keine Bedenken, wenn diejenigen
Juden, die nicht arbeitsfähig sind, mit den Brackschen
Hilfsmitteln beseitigt werden. Auf diese Weise dürften
dann auch Vorgänge, wie sie sich bei den Erschießungen
von Juden in Wilna nach einem mir vorliegenden Bericht
ergaben, und die auch im Hinblick darauf, daß die Er-
schießungen öffentlich vorgenommen wurden, kaum gebilligt
werden können, nicht mehr möglich sein. Die Arbeitsfähigen
dagegen werden zum Arbeitseinsatz nach Osten abtrans-
portiert. Daß bei den arbeitsfähigen Juden Männer und
Frauen getrennt zu halten sind, dürfte selbstverständlich
sein.
Über Ihre weiteren Maßnahmen erbitte ich Bericht.
		N[ame] d[es] H[errn] M[inisters]

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Nürnberg Dok. No. 365. (Photocopy in the Institut für
Zeitgeschichte, München). Quoted in: Anatomie des
SS-Staates, 6th ed., München, DTV, 1994, p. 649.

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