The Nizkor Project: Remembering the Holocaust (Shoah)

Shofar FTP Archive File: people/l/leuchter.fred/leuchter.faq.de


Newsgroups: soc.culture.german
Subject: HOLOCAUST FAQ: The "Leuchter Report" [German]  
Summary: Research guide to the Leuchter Report
Reply-To: kmcvay@nizkor.almanac.bc.ca
Followup-To: alt.revisionism
Organization: The Nizkor Project, Vancouver Island, CANADA
Keywords: Leuchter

Der Leuchter-Report: Auschwitz-Lüge und Leugnung des Holocaust

INHALT

0.   Anmerkungen des Übersetzers
1.   Einleitung und Anmerkungen des Herausgebers
1.1  Copyright
1.2  Überblick
2.   Argument und Gegenargument
2.1  Unterschiedliche Konzentrationen von Cyanid-Verbindungen
2.2  Die explosiven Eigenschaften von Zyklon B  &  die Nähe von Öfen
2.3  Die Gaskammern hätten innerhalb von 20 bis 30 Minuten nur unter Gefahr
     geöffnet werden können.
2.4  Die Gaskammern waren Leichenschauhäuser
2.5  Es war unmöglich, 6 Millionen Menschen in Auschwitz umzubringen
2.6  Die Türen der Gaskammern waren zu schwach, um Fluchtversuchen 
     zu widerstehen
2.7  Die Nazis hätten zur Vergasung nicht Zyklon B eingesetzt
2.8  "Die Gaskammern wurden nicht versiegelt" oder ...
2.9  Das Gas hätte bei der Entlüftung der Kammern jeden in der Nähe 
     getötet
2.10 Wo blieb all die Asche aus den Krematorien ?
2.11 Die das Gas in die Kammern warfen, wären selbst getötet worden
2.12 Die Totenliste aus Auschwitz zeigt, daß nicht alle getötet wurden
2.13 Würde man einen Swimming-Pool in einem Vernichtungslager bauen ?
2.14 Der hohe Grundwasserspiegel erlaubt keine Verbrennung in Gruben
2.15 Wie haben die Zeugen der Vergasungen überleben können ?
2.16 Giftigkeit der Abgase eines Dieselmotors
2.17 Es gab weniger als 6 Millionen Juden in Europa
2.18 Der "Mythos" des Holocaust wurde nur erfunden, damit Israel daraus
     Kapital schlagen kann
3.0  Leuchters Seriosität
3.1  Leuchters Meineid vor einem Kanadischen Gericht
3.2  Leuchters Ansehen bei der Leitung amerikanischer Gefängnisse
4.0  Quellen und andere sinnvolle Appendizes
4.1  Zur Lektüre empfohlen
4.2  Abkürzungen in den zitierten Passagen
4.3  Glossar
4.4  Zitierte Publikationen

Der Versuch, verbrecherische Taten zu rechtfertigen, hat möglicherweise
schlimmere Folgen als die Tat selbst. Verbrechen der Vergangenheit zu
rechtfertigen, bedeutet, den Samen für zukünftige Verbrechen zu legen. 
Tatsächlich ist die Wiederholung eines Verbrechens manchmal Teil der
Rechtfertigung: wir begehen es wieder und wieder, um uns selbst und andere
davon zu überzeugen, es sei normal und nicht abnorm.
   (Eric Hoffer, The Passionate State of Mind. New York: Harper & Brothers,
   1954.)

0.   Anmerkungen des Übersetzers

Den meisten deutschen Lesern werden die Namen Ernst Zundel und Fred Leuchter
unbekannt sein. Ernst Zundel ist eine Galeonsfigur der nordamerikanischen
Revisionisten. Seine Behauptungen, es habe den Holocaust nicht gegeben, bzw.
die angegebene Zahl der Opfer sei viel zu hoch, haben schließlich zu einem
Prozeß gegen ihn geführt. In diesem Prozeß benannte er Fred Leuchter als
Zeugen. Leuchter hatte nach einer Polenreise einen Bericht veröffentlicht,
in dem er angeblich mit wissenschaftlichen Belegen die revisionistische
Leugnung des Holocaust unterstützt. Dieser Bericht wird von
revisionistischer Seite als "Leuchter-Report" oft zitiert. Die in ihm
enthaltenen Aussagen und Behauptungen zu hinterfragen, sowie Leuchters
Glaubwürdigkeit zu untersuchen, ist Gegenstand dieses Textes.

An einigen Stellen ist die korrekte Übersetzung eines medizinischen bzw.
juristischen Fachausdrucks nicht ganz eindeutig. In diesen Fällen findet
sich der englische Ausdruck im Klammern im Anschluß an die gewählte
Übersetzung. An anderen Stellen finden sich durch "Anm. d. Übers."
gekennzeichnete Anmerkungen und Kommentare.

An vielen Stellen wurden deutsche Originale zunächst ins Englische
übertragen und anschließend von mir ins Deutsche rückübersetzt. Der Wortlaut
der Rückübersetzung wird vom deutschen Original fast zwangsläufig abweichen.
Ich habe zunächst überlegt, mir die Originalquellen zu besorgen, mußte dies
jedoch als zu zeitaufwendig verwerfen. Wem sie zur Verfügung stehen, möge
sich direkt an das Nizkor Projekt oder an mich wenden. Anmerkungen, Kritik
und Verbesserungen sind natürlich jederzeit willkommen. Ich bin per E-Mail
unter folgenden Adressen zu erreichen:

              map@zenon.prima.ruhr.de         (bis 1.1.96)
              map@zenon.ruhr.de               (wahrscheinlich ab 1.1.96)
              martin_paegert@do.maus.ruhr.de

1.0  Einleitung und Anmerkungen des Herausgebers

Dieses Dokument enthält Entgegnungen auf immer wieder zu hörende
Behauptungen, es habe während des 2. Weltkriegs in Auschwitz-Birkenau und
Treblika keine Vergasungen gegeben, ja es hätten nicht einmal Gaskammern
existiert.  (Mindestens 1 Million Menschen kamen in Ausschwitz, weitere
700000 in Treblinka um. Gemessen an der Zahl der Opfer waren dies die beiden
größten Vernichtungslager der Nazis.)

Das "Institut für zeitgenössische Geschichte" in München, eine der
angesehensten Quellen für Nazi-Verbrechen während des 2. Weltkriegs, hat
einige der Fakten in einem kürzlich erschienenen Bericht zusammengefaßt.
(Verfügbar unter pub/orgs/german/ifz/ifz.report)

   Treblinka im Generalgouvernment Warschau verfügte ab Ende Juli 1942 über
   3 und ab September 42 über 10 weitere, noch größere Gaskammern. Bis zur
   Auflösung des Lagers im November 43 wurden in diesen Kammern 700000
   Juden durch Kohlenmonoxid erstickt.

   Auschwitz und Birkenau liegen südöstlich von Kattowitz in Oberschlesien
   und fielen erst mit dem Überfall auf Polen an das Deutsche Reich. Das
   Vernichtungslager Birkenau wurde in der 2. Hälfte 1941 aufgebaut und dem
   seit Mai 1940 bestehenden KZ Auschwitz zugeordnet. Ab Januar 1942 wurden
   in fünf, ab Ende Juni 1943 in vier weiteren, größeren Gaskammern
   Vergasungen mit Zyklon B vorgenommen. Bis November 1944 wurden über 1
   Million Juden und mindestens 4000 Sinti und Roma auf diese Weise
   umgebracht. (Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Opfer der
   Vergasungen, viele weitere wurden Opfer "konventioneller"
   Tötungsmethoden. Siehe auch pub/camps/auschwitz/ auschwitz.faq1 und
   ~/auschwitz.faq2)

Dieses Dokument ist kein Ersatz für historische Forschungen, es soll
lediglich verbreitete Schwindeleien, wie die im "Leuchter-Report" genannten,
aufzeigen und als Leitfaden zum Quellstudium dienen.
   Es wurde von Danny Keren und Jamie McCarthy erstellt und durch Ken McVay
in die derzeitige Form gebracht. Kommentare, Korrekturen und Zusätze sind
jederzeit willkommen.

[Anm. d. Übers.: Bemerkungen über die Darstellung von Umlauten ausgelassen,
da die deutsche Version dieses Textes Umlaute enthält.]
[Remark on Umlaute not translated as this text does include them.]

In diesem Bericht erwähnte Dokumente können von unserem Server
ftp.almanac.bc.ca bezogen werden. Anonymous ftp wird akzeptiert, Pfad- und
Dateiname sind jeweils angegeben.

1.1 Copyright

Dieses Dokument unterliegt als Sammlung von Informationen dem Urheberrecht.
Die Rechte liegen bei Ken McVay und Danny Keren. Nicht-kommerzielle
Verbreitung durch elektronische Medien ist erlaubt, vorausgesetzt, das
Dokument wurde nicht verändert. Die Erlaubnis, es in schriftlicher Form zu
verbreiten, muß schriftlich eingeholt werden. Die Entfernung dieser
Copyright-Notiz ist verboten.

1.2 Überblick

"Es ist seine in dem Report geäußerte Meinung, daß es dort niemals
Vergasungen oder Hinrichtungen gegeben habe. Meiner Meinung nach, und nach
dem, was hier vorgetragen wurde, liegt es jenseits seiner Befähigung,
eine solche Meinung begründet vertreten zu können ... Es mangelt ihm an
Kompetenz zu beurteilen, was an den besagten Orten durchgeführt werden
konnte oder nicht, wie er in seinem Bericht pauschal behauptet."
   Mit diesen Worten lehnte der vorsitzende Richter Fred Leuchters Report
(kurz "Leuchter-Report") als Beweismittel im einem Prozeß gegen den Kanadier
Ernst Zundel ab. Um Mißverständnissen über die Begründung der Ablehnung
durch das Gericht vorzubeugen: "Bezüglich der Fragen über die
Funktionsweisen der Krematorien ... war die Entscheidung der Richter
eindeutig. Er konnte aus einem einfachen Grund kein Zeugnis davon ablegen:

                  Er ist fachlich unqualifiziert."  (Lipstadt, 166)

Fred Leuchter hat weder eine Ausbildung in Chemie noch in Toxikologie, hat
jedoch einen akademischen Grad in Geschichte (Anm. d. Übers.: bachelor,
dieser anglo-amerikanische Grad hat keine direkte deutsche Entsprechung). Er
behauptet, Ingenieur zu sein. Das brachte ihn in seiner Heimat in
Schwierigkeiten. Auf Bitten Ernst Zundels, der die Unternehmung finanzierte,
reiste Leuchter 1988 nach Polen und besuchte das KZ Auschwitz. Das Ergebnis
der Reise war der sogenannte "Leuchter-Report". Hier einige Ergebnisse
Leuchters "Untersuchung":

    "Der Zweck [der Untersuchung und des nachfolgenden Reports] liegt nicht
    in der Bestimmung einer Zahl von getöteten Personen, die durch andere
    Mittel als Vergasung umkamen oder darin, zu untersuchen, ob der
    Holocaust stattfand. Es liegt nicht in der Absicht des Autors, den
    Begriff "Holocaust" in historischem Sinn neu zu definieren, sondern
    wissenschaftliche Beweise und an den entsprechenden Orten erhobene Daten
    beizutragen und eine auf alle verfügbaren wissenschaftlichen,
    technischen und quantitativen Daten gestützte Ansicht über den Zweck und
    Gebauch der mutmaßlich als Hinrichtungsstätten benutzten Gaskammern und
    Krematorien an den untersuchten Orten vorzutragen. (Foner)

Wie wir mit Hilfe Leuchters unter Eid abgelegten Zeugenaussage zeigen werden
- und der Leser sicherlich bemerken wird - zeigte Fred Leuchter nicht einmal
unter Eid irgendein Gespür für die Realität.

In seiner Zeugenaussage bei einem in Kanada geführten Prozeß gegen Ernst
Zundel machte Fred Leuchter falsche Angaben über seine beruflichen
Verbindungen zur Verwaltung zweier amerikanischer Gefängnisse, in denen
Gaskammern existieren. Er war weiterhin mit grundlegenden Eigenschaften des
Gases Blausäure (HCN) wie der Entflammbarkeit oder der zur Entlausung
erforderlichen Konzentration nicht vertraut.

Der "Leuchter-Report" gibt vor, "wissenschaftlich zu belegen", daß in
Auschwitz keine Menschen mittels Zyklon B getötet wurden. Er wiederholt
Behauptungen des französischen Holocaust-Leugners Faurisson und fügt einige
neue Behauptungen hinzu. Viele der Behauptungen finden sich in der Schrift
"66 Fragen und Antworten zum Holocaust" des "Institute for Historical
Review" und anderen, den Holocaust leugnenden Schriften.

Zyklon B

Zyklon B ist ein hochwirksames Insektizid. Es setzt HCN, Blausäure, frei. 
Zyklon B ist ein in Form von Tabletten oder Pillen verbreitetes, mit dem Gas
durchsetztes Trägermaterial. In Kontakt mit Eisen und Beton bildet es
"Cyanide" genannte Verbindungen. Leuchter räumt ein, solche Verbindungen in
den Ruinen der Gaskammern von Auschwitz gefunden zu haben. Ein Befund, der
durch ein wissenschaftliches Institut der polnischen Regierung bestätigt
wird, das jedoch die von Leuchter gezogenen Schlüsse zurückweist - siehe
Abschnitt 2.10.

Blausäure ist für Menschen extrem giftig. Es wird in US-amerikanischen
Gaskammern zur Hinrichtung benutzt. Die erste dieser Gaskammern wurde 1920
im Bundesstaat Arizona gebaut. Die Behauptung der Holocaust-Leugner, das
Deutsche Reich habe in den 40gern die technischen Schwierigkeiten bei der
Verwendung von Blausäure zu Hinrichtungszwecken nicht handhaben können,
erscheint angesichts der 20 Jahre früher errichteten Gaskammern absurd. 
Weiterhin verfügten die deutschen Behörden über reichhaltige Erfahrungen im
Einsatz von Blausäure zu Entlausungszwecken. (Eine detaillierte Diskussion
über Zyklon B findet sich in pub/camps/auschwitz/auschwitz.faq1)

In Auschwitz gab es 2 Typen von Gaskammern: solche die zur Entlausung der
Kleidung benutzt (Entlausungskammern) und solche die zur Massenvergasung von
Menschen benutzt wurden (Hinrichtungskammern). Die Entlausungskammern waren
eine übliche Einrichtung und blieben bei Kriegsende intakt. Die
Hinrichtungskammern wurden von der SS gesprengt, um ihre Existenz sowie
ihren Zweck vor der schnell näher rückenden Roten Armee zu verbergen.
Holocaust-Leugner stiften gelegentlich Verwirrung, indem sie beide Typen von
Gaskammern miteinander verwechseln. Sie zeigen zum Beispiel das Photo der
Tür einer Entlausungskammer und merken an, daß diese Tür zu schwach sei, um
dem Druck in Panik geratener, beim Versuch zu fliehen gegen die Tür
drückender Menschenmengen zu widerstehen. Natürlich waren die Türen der
Hinrichtungskammern völlig anders geartet, aber dieses Fakt wird
stillschweigend übergangen. (Siehe 2.6)

2. Argument und Gegenargument

Leugner des Holocaust verwenden oft dieselben, unabhängig von der Anwort
laufend wiederholten Behauptungen. Wir werden in diesem Kapitel viele dieser
Behauptungen samt unserer Erwiderung anführen.

Die angesprochenen Photos können bei Pressac nachgesehen werden, viele
liegen im GIF-Format in unserem Archiv bereit.

2.1 Unterschiedliche Konzentrationen von Cyanid-Verbindungen

Holocaust-Leugner sagen oft, daß in den Entlausungskammern von Auschwitz
höhere Konzentrationen von Cyanid-Verbindungen gefunden wurden als in den
Hinrichtungskammern und behaupten, wenn es Vergasungen gegeben hätte, müßte
dies genau umgekehrt sein. Daraus schließen sie dann, daß es keine
Vergasungen gegeben haben könne.

Tatsächlich ist Blausäure für Warmblüter (Menschen inklusive) erheblich
giftiger als für Läuse, so daß zu entlausende Kleidung erheblich länger und
in erheblich höherer Konzentration dem Gas ausgesetzt sein muß als ein zu
vergasender Mensch.

Um Insekten abzutöten, verwendet man das Gas in einer Konzentration von bis
zu 16.000 ppm (parts per million) und eine Anwendungsdauer von bis zu 72
Stunden. Bereits 300 ppm über einen Zeitraum von 15 Minuten sind für
Menschen tödlich.

Bei Breitman finden sich Hintergrundinformationen über die Entwicklung zur
Verwendung von Zyklon B als Todesgas sowie klare Beweise dafür, daß die
Nazis die effektive Konzentration durch eine Versuchsreihe mittels der
Methode "Versuch und Irrtum" herausfanden. (Siehe auch pub/camps/auschwitz/
auschwitz.faq1)

Als die zur Hinrichtung und Entlausung erforderlichen unterschiedlichen
Konzentrationen im Prozeß gegen E. Zundel zur Sprache kamen, antwortete Fred
Leuchter: "Ich habe nie Läuse getötet. Ich, wissen Sie, ich weiß es nicht.
Ich habe niemals Berechnungen zur Entlausung angestellt." - Nicht gerade die
Antwort, die man von einem Experten zu dem Thema erwarten würde.

Aufgrund der, verglichen mit der Entlausung, relativ geringen Konzentration
und Anwendungszeit von Blausäure bei Hinrichtungen hatte weniger Blausäure
weniger Zeit, Cyanid-Verbindungen in den Wänden der Hinrichtungskammern zu
bilden.

Die Hinrichtungskammern waren nicht sehr groß, die in den Krematorien II und
III ungefähr 210 Quadratmeter. Das Zyklon B wurde durch 4 Öffnungen im Dach
eingebracht und das Blausäuregas verbreitete sich sehr rasch. Die Öffnungen
sind auch in den Ruinen der Gaskammern noch zu erkennen. Da die verwendete
Konzentration über der letalen Dosis lag, trat der Tod schnell ein.
   Die seltenen Aufnahmen aus der Zeit, als das Lager betrieben wurde,
finden sich bei Brugioni et al sowie den in Abschnitt 6.1 angegebenen
Quellen. Das Krematorium IV war ein oberirdischer Bau, das Zyklon B wurde
durch deutlich sichtbare Schlitze in den Wänden eingebracht. (Siehe auch
~/gifs/c_krema4.gif, eine Nahaufnahme der Schlitze.)

Leuchters Daten sind unter anderem auch deshalb von zweifelhaftem Wert, weil
die Entlausungskammern, in denen er seine Proben einsammelte, unzerstört
sind, die Hinrichtungskammern hingegen von der SS zerstört wurden und die
Wände dieser Kammern über 40 Jahre lang Witterungseinflüssen ausgesetzt
waren. (So stehen die Ruinen des Krematoriums II z.B. zu bestimmten
Jahreszeiten 90 cm unter Wasser und Cyanid-Verbindungen lösen sich unter
solchen Umständen auf. Nichtsdestotrotz hat es so viele Vergasungen gegeben,
daß immer noch Rückstände nachweisbar sind.)

Zusammenfassung: Die Wände der Hinrichtungskammern waren erheblich kürzer
dem Blausäuregas ausgesetzt als die Wände der Entlausungskammern. Zusätzlich
waren die Wände der Hinrichtungskammern 45 Jahre lang den auswaschenden
Witterungseinflüssen ausgesetzt, die Wände der Entlausungskammern nicht. Aus
diesem offensichtlichen Grund sind geringere Spuren von Rückstanden in den
Ruinen der Hinrichtungskammern zu erwarten. Dies enthüllt die wichtigste der
"erstaunlichen Entdeckungen" Leuchters als zu erwartenden Befund.

Die Tatsache, daß alle oder die meisten der Spuren nach 45 Jahren
Witterungseinfluß verwischt werden, ist klar im Bericht des Krakauer
Instituts für Forensische Forschung nachzulesen.

    --------------------------------------------------------------------
    Institut für Forensische Forschung
    Im Namen von Prof. Dr. Jan Sehn, Krakau
    Abteilung für Forensische Toxikologie
    Westerplatte 9 / Code 31-033
    Tel. 505-44, 592-24, 287-50
    Telex 0325213 eksad ...                              Krakau, 24.9.90

    Blausäure (HCN), wie sie vom Präparat Zyklon B freigesetzt wird, ist
    eine Flüssigkeit mit einem Siedepunkt bei rund 27 Grad Celsius. Sie hat
    einen sauren Charakter und bildet deshalb mit Metallen Cyanide genannte
    Salze.  Die Salze der Alkalimetalle wie Natrium und Kalium sind
    wasserlöslich.

    Blausäure ist eine sehr schwache Säure und infolgedessen lösen sich ihre
    Salze auf, wenn sie stärkeren Säuren ausgesetzt sind. Selbst
    Kohlensäure, die bei Lösung von Kohlendioxid in Wasser entsteht, löst
    Eisencyanide auf.

    Stärkere Säuren wie Schwefelsäure lösen Cyanid-Verbindungen leicht auf. 
    Verbindungen von Cyanidionen mit Schwermetallen sind langlebiger. Dies
    schließt das erwähnte Preussisch Blau ein, obwohl es in saurer Umgebung
    langsam aufgelöst wird.

    Aus diesem Grund ist kaum zu erwarten, daß nach 45 Jahren
    Witterungseinfluß (Regen, saure Oxide, insbesondere Schwefel- und
    Stickoxide) noch Spuren von Cyanidverbindungen im Baumaterial (Pflaster,
    Steine) gefunden werden können.

    Die Entdeckung von Cyanidverbindungen in Proben, die den Elementen
    ausgesetzt waren, kann nur als Zufallsfund bewertet werden. 
    ---------------------------------------------------------------------------

Leugner des Holocausts führen oft an, daß das Krematorium I nicht zerstört
wurde, die Wände dort also keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt waren. 
Seltsamerweise machen sie aber auch viel Aufhebens um die Tatsache, daß das
Krematorium I in einen Schutzbunker umfunktioniert wurde und später, nach
der Besetzung durch die Rote Armee im Originalzustand wiederaufgebaut worden
sei, um die Bevölkerung in die Irre zu führen und zu behaupten, in dem
Gebäude seien Menschen vergast worden. (Ihre Logik, beide Ansichten zu
vertreten, wenn es vorteilhaft erscheint, mag den Leser erschrecken, es wird
sich jedoch noch erweisen, daß Logik nicht zu den Tugenden gehört, wenn es
darum geht, den Holocaust zu leugnen. Siehe Abschnitt 3.0)

Die baulichen Veränderungen bestanden aus der Entfernung einiger
Zwischenwände in der Gaskammer, wie sie bei Bunkern üblicherweise eingezogen
werden. Nichtsdestotrotz wurden in diesem Raum Menschen vergast. Es gibt
immer noch Reste von Cyanid in den Wänden, wie auch Leuchter einräumt (in 6
von 7 Proben fand er Cyanid).

Die Gaskammer des Krematoriums I wurde nur kurze Zeit benutzt, bevor sie in
einen Schutzraum umfunktioniert wurde. Dies sowie die Tatsache, daß in ihr
"nur" 10000 Menschen vergast wurden - im Vergleich zu 350.000 und 400.000 in
den Krematorien II und III - erklärt, warum nur relativ geringe Spuren von
Cyanidverbindungen zu finden sind. Die anderen Krematorien wurden von der SS
vor der Befreiung durch die Rote Armee zerstört.

Cyanidverbindungen wurden ebenfalls in den Gittern der Entlüftungsschächte
gefunden, ein nicht anzuzweifelnder Beleg dafür, daß in diesen Kammern Gas
eingesetzt wurde.

2.2 Die explosiven Eigenschaften von Zyklon B  &  die Nähe von Öfen

Holocaust-Leugner behaupten oft, Zyklon B habe nicht zur Vergasung
eingesetzt werden können, da es explosiv sei und sich Öfen in der Nähe
befunden haben.

Sie übersehen dabei die Tatsache, daß die zur Vergasung nötige Konzentration
von Blausäure 200 mal geringer ist als die Konzentration zur Erzeugung eines
explosiven Gasgemisches. Obwohl die SS Konzentrationen benutzte, die höher
als die tödliche Dosis lagen, war sie weit unterhalb der Schwelle, ab der
Explosionen möglich sind.

Als Referenz kann der "Merck Index", das "CRC handbook of Chemistry and
Physics" oder jedes Handbuch herangezogen werden, das sich mit der
Giftigkeit und Entflammbarkeit von Materialien beschäftigt. Im Fall von
Blausäure ist eine Konzentration von 300 ppm für Menschen nach wenigen
Minuten tödlich, die für eine Explosion nötige Minimalkonzentration liegt
jedoch bei 56.000 ppm.

Frank Deis steuerte folgende Informationen aus dem Merck Index bei,
Anmerkungen durch den Herausgeber in [] (Merck, 632, Eintrag 4688).

    Cyanwasserstoff, Blausäure: HCN, Molgewicht 27.03 ... Hergestellt in
    großen Mengen durch katalytische Oxidation von Ammonium-Methan
    [Referenzen ausgelassen]. Kann ebenso durch katalytische Zersetzung von
    Formamid hergestellt werden. Herstellung für den Laborbedarf durch
    Hydrierung von NaCN oder K4[Fe(CN)6].  [...]

       [Die letzte Formel ist ähnlich, aber nicht identisch mit der von
    Preussisch Blau bzw. Berliner Blau, ebenfalls ein wichtiger Punkt im
    Leuchter-Report. Preussisch Blau ist das wasserunlösliche Eisensalz des
    Hexacyanoferrat-Komplexes [Fe(CN)6] mit der Formel Fe4[Fe(CN)6]3. Andere
    Salze wie das oben genannte Kaliumsalz dieses Komplexes sind
    wasserlöslich.]

    Farbloses Gas oder Flüssigkeit; charakteristischer Geruch, sehr schwach
    sauer (rötet Lackmus nicht); verbrennt in Luft mit blauer Flamme; sehr
    giftig, selbst in einem Luftgemisch; Dichte 0,941 [Das Gas ist LEICHTER
    als Luft.]; Schmelzpunk -13.4, Siedepunkt 25.6; Mischbar mit Wasser,
    Alkohol; wenig löslich in Äther.
       [Zu seiner Verteidigung führte Leuchter an, daß das Gas an den kalten
    Außenwänden kondensieren würde. In kalten Räumen würde das in einem
    gewissen Maß passieren, in mit Menschen gefüllten Räumen bleibt das Gas
    jedoch warm.]

    LC50 [Dosis, die 50 % der Versuchstiere tötet, man beachte, daß dies
    sowohl von der Konzentration als auch von der Dauer der Exposition
    abhängt.] für Ratten, Mäuse, Hunde: 544 ppm (5 min), 169 ppm (30 min),
    300 ppm (15 min).  [...]

    Giftigkeit für Menschen: Hohe Konzentrationen verursachen Tachypnoe
    [Schnellatmigkeit, erhöhte Atemfrequenz], dann Schweratmigkeit,
    Paralyse, Ohnmacht, Zuckungen und Atemstillstand. Kopfschmerzen,
    Schwindel, Benommenheit und Erbrechen können Folge schwacher
    Konzentrationen sein.  Chronische Exposition über lange Zeiträume kann
    Müdigkeit und Schwäche verursachen. Konzentrationen von 150 ppm über 1/2
    bis 1 Stunde sind lebensgefährlich. 300 ppm über mehrere Minuten sind
    tödlich. Die mittlere tödliche Dosis liegt bei 50 bis 60 mg.
    Gegenmittel: Natriumnitrit und Natriumthiosulfat.

    Gebrauch: Das komprimierte Gas wird zur Schädlingsbekämpfung gegen
    Nagetiere und Insekten eingesetzt. = Muß von im Umgang mit Blausäure
    geschulten Experten eingesetzt werden. =

    <[Ende des Zitats]> (Merck, 632)

Cyanid ist ein kleines Molekül. Im wesentlichen beruht seine Giftigkeit
darauf, daß es sich an Stelle von Sauerstoff (O2) in den Mitochondrien bzw.
mit Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) verbindet. Wenn Cyanid sich am
Cytochrom- Komplex a/a3 am Ende der mitochondriellen Atmungskette anlagert,
blockiert es die Nutzung des eingeatmeten Sauerstoffs. Er steht als
Elektronen-Akzeptor nicht mehr zur Verfügung, und die Produktion von ATP
durch die üblichen Prozesse ist blockiert. Der Körper reagiert auf den
vermeintlichen Sauerstoffmangel mit einer Erhöhung der Atemfrequnz, was die
Aufnahme von Blausäure weiter erhöht. Schließlich sterben die Zellen an
Sauerstoff- und ATP-Mangel.

Generell sind die die Chemie betreffenden Aussagen Paul Grubachs bei seiner
Verteidigung des Leuchter-Reports zutreffend. (JHR, V12, #4) Die
Voraussetzungen sind jedoch fraglich und in Teilen falsch. Ja, hohe
Konzentrationen von Blausäure würden an kalten, nassen, von Eisen-Ionen
durchsetzten Mauern zur Bildung von Preussisch Blau führen. Aber waren die
Wände tatsächlich kalt und naß ?  War die Luft kalt genug, um eine
Kondensation von HCN zu ermöglichen ?  Gab es "hohe Konzentrationen"
angesichts der zur Tötung von Menschen, im Vergleich zur Entlausung
erforderlichen, relativ niedrigen Konzentrationen ?

Ich hoffe, diese Informationen sind nützlich. Ich lehre Biochemie an der
Rutgers Universität und daher habe ich meine Kenntnis über die Giftigkeit
von Blausäure. Der Merck-Index ist ein Standardwerk, das in den meisten
Bibliotheken zu finden sein dürfte. Frank Deis (DEIS@PISCES.RUTGERS.EDU)

Anmerkung des Übersetzers: In Deutschland ist Römpps Chemie-Lexikon weiter
verbreitet als der Merck-Index. "Der Römpp" dürfte in jeder besser
sortierten Stadtbibliothek zu finden sein. Die im Merck-Zitat fehlende
Angabe über die für eine explosives Gas-Luftgemisch beantwortet Römpp so:
"[Blausäure] bildet mit Luft in den Grenzen von 6-40% explosive Gemische."
(8. Auflage, 1979, S. 460)

2.3 Die Gaskammern hätten innerhalb von 20 bis 30 Minuten nur unter Gefahr
    geöffnet werden können.

Es wird oft angeführt, die Entlüftung eines zu Desinfektionszwecken unter
Blausäure gesetzten Raums würde 20 Stunden dauern, und daraus der Schluß
gezogen, die von Augenzeugen angegebenen 20 bis 30 Minuten zwischen dem
Beginn einer Vergasung und dem Abtransport der Leichen seien unmöglich, weil
die Leichenträger durch das Restgas getötet werden würden.

Wahr ist, daß nach einer herkömmlichen Desinfektion mit Blausäure die
betroffenen Räume nicht vor Ablauf von 20 Stunden betreten werden sollten.
Diese Frist gilt jedoch nicht für mit einer Ventilation ausgestattete
Gaskammern. 15 Minuten sind eine ausreichende Zeit, die Luft in den
Gaskammern auszutauschen. Wurde die Ventilation nicht benutzt, trugen die
Angehörigen des "Sonderkommandos" (zum Leichentransport gezwungene
Häftlinge) Gasmasken. Die deutschen Behörden hatten reichlich Erfahrung mit
der auch zur Entlausung eingesetzten Blausäure. Sie wußten sicher damit
umzugehen. Es ist absurd, die 20-Stunden-Frist in diesem Zusammenhang
anzusetzen, weil sie nicht für Räume mit Entlüftung per Ventilation gedacht
ist und zusätzlich einen großzügig bemessenen Sicherheitsfaktor enthält. Die
SS scherte sich wenig um die Sicherheit der zum Abtransport der Leichen
eingesetzten "Sonderkommandos". In einigen Fällen wurden sie durch Restgas
geschädigt (siehe Pressac, S. 473).

Was die Entlüftung normaler Räume erschwert und in die Länge zieht, ist das
Vorhandensein von Teppichen, Möbeln, Vorhängen und ähnlicher
Einrichtungsgegenstände. In Gaskammern gab es solche Gegenstände natürlich
nicht. Einen durch nackte Betonwände gebildeten, einrichtungslosen Raum zu
entlüften, ist mit keinerlei Schwierigkeiten verbunden.

Gälte die 20-Stunden-Frist auch für Gaskammern, so würde dies bedeuten, daß
in den US-Gefängnissen, die Vergasung als Hinrichtungsart benutzen, die
Delinquenten 20 Stunden, nachdem der Tod eintrat, an den Stuhl gefesselt
bleiben würden. Das ist offensichtlicher Blödsinn, wie Fred Leuchter,
selbsternannter Gaskammerspezialist, sehr wohl weiß.

2.4  Die Gaskammern waren Leichenschauhäuser

Leugner des Holocaust behaupten oft, die "angeblichen" Gaskammern seien
tatsächlich Leichenschauhäuser gewesen und Zyklon B sei in ihnen als
Desinfektionsmittel eingesetzt worden.

Diese Behauptung soll den Befund einer von Dr. Jan Robel, Krakauer Institut
für Forensik, im Dezember 1945 durchgeführten chemischen Analyse erklären,
die Cyanidverbindungen auf den Entlüftungsrosten der Krematorien II und III
nachwies. (Die Analyse war Teil des Beweismaterials im Prozeß gegen den
Lagerkommandeur von Auschwitz, Rudolf Höss.) Die Analyse beweist
zweifelsfrei die Anwendung von Blausäuregas in den entsprechenden Räumen.
Weil dies jedoch der Behauptung, die Gaskammern seien unterirdische
Leichenschauhäuser gewesen, widerspricht, behauptet man einfach,
"Leichenschauhäuser werden mit Zyklon B desinfiziert".

Im Gegensatz zur durch die Behauptung unterstellten Verwendung, ist Zyklon B
zur Desinfektion von Leichen ungeeignet, weil es lediglich Sauerstoff
atmende (aerobe) Organismen, nicht aber anaerobe Bakterien abtötet.

Weiterhin bezeichnet die für den Bau von Auschwitz verantwortliche Abteilung
die "Leichenschauhäuser" in einem Brief vom 29.1.43 an den SS-General
Kammler als "Gaskeller". (Anm. d. Übersetzers: der englische Ausdruck
"gassing cellar" ließe auch eine Übersetzung als "Vergasungskeller" zu.)
Warum sollte ein Leichenschauhaus als "Gaskeller" bezeichnet werden und
warum heißt der andere unterirdische Raum "Entkleidungskeller" ?  (Siehe
Pressac, S. 221; oder auch The Final Solution: The Attempt to Exterminate
the Jews of Europe, 1939-1945 - G.  Reitlinger, South Brunswick, T. 
Yosellof, 1968, S. 158. Die Dokumente sind im Kapitel "Auschwitz" im Teil
"Original Nazi Documents" wiedergegeben.)

Der folgende Briefwechsel zwischen einem SS-Offizier und der für den Bau der
Krematorien verantwortlichen Firma beweist, daß die Kellerräume beheizt
werden sollten. Es ist müßig zu betonen, daß dies einer Nutzung als
Leichenschauhaus widerspricht, denn es macht keinen Sinn, Leichenschauhäuser
zu beheizen. Es ist jedoch sinnvoll, Gaskammern zu beheizen, um die
Verdampfung von Blausäure zu fördern.

Brief von SS-Obersturmbannführer Jahrling an Topf & Söhne vom 6.3.43
[Pressac, S. 221]
-----------------------------------------------------------------------------
    Firma

    Topf & Söhne

    _Erfurt_

    Auf Grund Ihres Vorschlages erklärt sich die Dienst-
    stelle einverstanden, daß der Keller 1 mit der Abluft aus
    den Räumen der 3 Saugzuganlagen vorgewärmt wird. Die Aus-
    lieferung und der Einbau der hierfür benötigten Rohrlei-
    tungen und der Druckluftgebläse muß schnellstens erfolgen.
    Wie Sie in o.a. Schreiben angeben, sollte die Ausführung
    noch in dieser Woche geschehen. Um Erstellung eines spezifi-
    zierten Kostenangebotes, 3-fach, für Lieferung und Einbau
    wird gebeten.
       Desgleichen wird um Einsendung eines Nachtragsange-
    botes für die Umänderung der Entlüftungsanlage für den Aus-
    kleideraum gebeten.
    Nach Eingang dieser Angebote wird Ihnen schriftlich
    Auftrag erteilt.

    Der Leiter der Zentralbauleitung
    der Waffen-SS und Polizei Auschwitz
    [Bischoff]

    SS Sturmbahnführer  [Jährling]
-----------------------------------------------------------------------------

2.5  Es war unmöglich, 6 Millionen Menschen in Auschwitz umzubringen

   "Berücksichtigt man Zahl und Größe der Gaskammern und Krematorien, so war
    es unmöglich, 6 Millionen Menschen während der Zeit zu töten, in der es
    die KZs gab."

Niemand behauptet, daß 6 Millionen Menschen in Auschwitz getötet wurden. Die
meisten starben in anderen Vernichtungslagern, in Ghettos und in den deutsch
besetzten Teilen der Sowjetunion. Schätzungen beziffern die Zahl der in
Auschwitz Vergasten zwischen 900.000 und 1.600.000. Es ist offensichtlich,
daß die Gaskammern und Krematorien in Auschwitz ausreichen, um diese Zahl
von Opfern hevorgerufen zu haben.

Man sehe sich z.B. die Bilder des Ofens im Krematorium II an. (Pressac,
S.367; oder ~/gifs/furnaces.gif). In Auschwitz gab es 5 Krematorien. Nummer
II z.B. hatte 15 große, auf schnelle und effektive Verbrennung ausgelegte
Spezialöfen. Jeder konnte 3 bis 4 Körper auf einmal aufnehmen und in maximal
45 Minuten verbrennen. (Viele der Opfer waren Kinder, alle Opfer waren stark
abgemagert.) Die SS experimentierte mit verschiedenen Zusammenstellungen von
Leichen und Kokssorten um die kosteneffektivste Methode herauszufinden.
(Müller, 60-61; Klarsfeld, 99-100; oder pub/camps/auschwitz/Krema-I.001)

Leuchter beziffert die Maximalzahl der Opfer auf 1693 je Woche. Eine absurde
Angabe wie die folgende, nur für ein Krematorium (II) aufgestellte Rechnung
zeigen wird.

Eine 210 Quadratmeter große Gaskammer kann leicht einige hundert Menschen
aufnehmen, insbesondere wenn sie hineingezwängt werden. (Siehe auch 2.16)

15 Öfen, von denen jeder 3 Leichen innerhalb von 45 Minuten verbrennen kann,
haben eine Kapazität von 720 Verbrennungen in 12 Stunden, bzw. 1440 in 24
Stunden.

In einem einzigen Jahr konnten so allein im Krematorium II mehr als eine
viertel Million Leichen verbrannt werden. Addiert man die Kapazitäten der
Krematorien III, IV und V hinzu, kann man sich langsam ein Bild von den
Verhältnissen machen. Zusätzlich wurden Leichen in großen Gruben verbrannt.
Zwei grausige, insgeheim gemachte Aufnahmen dieser Verbrennungsgruben gibt
es noch. Sie sind von durchschnittlicher Qualität und zeigen in einem Haufen
nackter Leichen stehende Männer mit dem Rauchabzug im Vordergrund. Einige
Körper werden in die Grube geschleift. Die Photographien sind bei Pressac
(422) wiedergegeben und können im gif-Format abgerufen werden. 
(~/gifs/aupit001.gif)

Als Beleg kann ein Brief vom 20.6.43 an den SS-General Kammler in Berlin
dienen, in dem die Zahl der zu bewältigenden Verbrennungen mit 4756 in 24
Stunden angegeben wird. Eine Photographie des Briefes samt seiner
Archivnummer findet sich bei Pressac (247).
   (4756 ist weniger als 5 x 1440 = 7200, weil einige der Krematorien
weniger Öfen als die Krematorien II und III hatten. Die genauen Zahlen
finden sich in einem Brief von Jahrling an Kammer und betragen 340 Leichen
für Krematorium I, jeweils 768 für IV und V sowie 1440 für II und III. Der
Brief kann als GIF abgerufen werden (~/gifs/au-doc.001))

Es ist bestenfalls naiv, eher jedoch beschämend unehrlich, zu behaupten,
diese Menge an Krematorien sei zu einem anderen Zweck als dem der
Verbrennung der hilflosen Opfer eines Massenmordes gebaut worden.

Leuchter kommt zu seiner Zahl, indem er annimmt, in den Gaskammern habe
jedes Opfer knapp 1 Quadratmeter Platz beansprucht (0.83 qm) und es habe
eine Woche erfordert, die Gaskammer zu entlüften und für die nächste
Massenhinrichtung bereit zu machen.

Schließlich und endlich gab es noch zwei weitere Gaskammern in Auschwitz. 
Die sogenannten "Bunker I" und "Bunker II". Auch diese wurden von der
fliehenden SS zerstört.

2.6  Die Türen der Gaskammern waren zu schwach, um einem Fluchtversuch zu 
     widerstehen.

Holocaust-Leugner behaupten, die Türen der "vermeintlichen" Gaskammern seien
zu schwach gewesen, um dem Druck in Todesangst fliehender Menschen
widerstehen zu können.

Da keine der Gaskammern im Originalzustand aufgefunden wurde (die in Bunker
I und II, in den Krematorien II, III, IV und V wurden zerstört, die im
Krematorium I modifiziert), gibt es keinen physikalischen Nachweis für das
Aussehen der Gaskammertüren. Im Lagerhof fand man jedoch eine Tür, die
wahrscheinlich zu einer der Gaskammern gehörte; sie ist massiv und mit
Eisenbändern verstärkt. Weiterhin ist das kleine Guckloch vor dem Zugriff
von der Innenseite mit einem starken Metallgitter geschützt, wahrscheinlich
um die Opfer daran zu hindern, das Glas des Gucklochs zu zerbrechen.

Die Leugner zeigen als Beleg für ihre Behauptung Aufnahmen der nicht
verstärkten Türen der Entlausungkammern, wahrscheinlich in der Hoffnung, der
Betrachter würde den Unterschied nicht merken. Eine Photographie der Tür,
die wahrscheinlich eine der zur Tötung von Menschen benutzten Gaskammern
verschloß, siehe Pressac (486) oder pub/holocaust/gifs/aukdoor.gif.

2.7  Die Nazis hätten zur Vergasung nicht Zyklon B eingesetzt

"Hätten die Nazis vorgehabt, Menschen zu vergasen, hätten sie dafür nicht
Zyklon B benutzt" ist eine weitere, oft aufgestellte Behauptung.

Zyklon B wurde in Auschwitz zur Entlausung eingesetzt, war also bereits
vorhanden. Man hatte Erfahrung im sicheren Umgang mit Zyklon B, was einen
Einsatz zu anderen Zwecken naheliegend erscheinen läßt.

Weiterhin ist Zyklon B einfach zu transportieren und zu lagern, was es der
SS attraktiv erscheinen ließ. Wie Höss in seinem Geständnis angab, orderte
die SS genug Zyklon B, um 2 Millionen Menschen zu vergasen. Yitzhak Arad
erwähnt Christian Wirths Ablehnung von Zyklon B zwecks Vergasung: "Wirth
entwickelte seine eigenen Ideen, die auf seinen Erfahrungen im
Euthanasieprogramm basierten. In Belzec favorisierte er eine fest
installierte Kammer, in die Motorabgase geleitet wurden. Er lehnte das
später in Auschwitz verwendete Zyklon B ab. Dieses Gas wurde von
Privatfirmen produziert und sein extensiver Gebrauch in Belzec hätte Anlaß
zu Vermutungen geben sowie zu Versorgungsproblemen führen können. Deshalb
bevorzugte er ein Vernichtungssystem, das auf überall vorhandenem Benzin und
Dieseltreibstoff basierte." (YVS XVI, 211)

Die zur Tarnung der Judenvernichtung standardmäßig benutzten Wendungen waren
"Umsiedlung von Juden" sowie "Sonderbehandlung", so etwa in einem Brief aus
Auschwitz, in dem ein LKW zum Transport von Zyklon B angefordert wird. Ein
ähnliches Dokument fordert "Material zur Sonderbehandlung" an. (Pressac, 557
oder ~/gifs/resett.gif. Andere Dokumente finden sich in der Datei mit
Originaldokumenten.)

    ------------------------------------------------------------------------
    Funkspruch der 13. SS Garnison Auschwitz, WVHA [Beschaffungsstelle]

    Erhalten am 2.10.42 durch Kommandantur Konzentrationslager Auschwitz

    Der Marschbefehl für einen 5-Tonner mit Anhänger nach Dessau und 
    zurück zwecks Abholung von Material zur Judenumsiedlung wird hiermit
    erteilt.

    Der Marschbefehl ist dem Fahrer auszuhändigen.

    Liebehenschel 
    Oberstleutnant SS, ständiger Vertreter des Dienstleiters
    im Rang eines Generalleutnants der Waffen-SS

    Zur Ablage
    ------------------------------------------------------------------------

Auf die Frage des Richters Hofmeyer, was denn mit "Material zur Umsiedlung
von Juden" gemeint sei, antwortete der Lageradjutant R. Mulka: "Nun,
natürlich Zyklon B.".

2.8  "Die Gaskammern wurden nicht versiegelt" oder "Es gab keine
     Vorrichtung, um das Gas abzusaugen" oder "Es gab keine Möglichkeit für
     die Wächter, die Tabletten in die Gaskammern einzubringen" oder ...

Wie bereits zuvor erwähnt, hat die SS bei ihrer Flucht aus dem Lager die
Gaskammern gesprengt. Außer den wenigen Aufnahmen der Aliierten während des
Krieges oder SS-Angehöriger gibt es daher keinen direkten Beleg für das
Aussehen der Kammern in der Zeit, als sie benutzt wurden. (Siehe Brugioni
oder ~/gifs/krema3.gif; während des Krieges entstandene Luftaufnahme des
Krematorium III.) Wie man leicht sieht (in krema3.gif und anderen Bildern),
enthalten die Konstruktionspläne ein System zum Absaugen von Luft. Von einem
solchen System ist in vielen Dokumenten die Rede. Einige der
Ventilationsöffnungen sind in den Ruinen der Gaskammern auch heute noch
sichtbar. Die Pläne verzeichnen sogar die zur Irreführung der Opfer
angebrachten Duschköpfe (~/gifs/auplan.gif).

Einerseits zuzugeben, daß die Krematorien zerstört wurden, andererseits aber
fortgesetzt zu behaupten, er könnte aus dem gegenwärtigen Zustand ihr
Aussehen 1944, vor der Sprengung, rekonstruieren, läßt Leuchters Integrität
und Fähigkeit zu logischem Schließen fraglich erscheinen. Das folgende ist
ein Auszug aus dem von Pearson während der Verhandlung gegen Zundel
vorgenommenen Kreuzverhör Leuchters. Pearson:

    F: Krematorium III wurde zerstört.

    A: Nun, es gibt immer noch Teile des Krematoriums III, aber der größte
       Teil, das Dach der vermeintlichen Gaskammer ist zerbrochen und seine
       Teile liegen auf dem Fußboden der vermeintlichen Gaskammer.

    F: Also befindet es sich nicht länger unter der Erde

    A: Das ist richtig. Da ist ein Loch im Boden.

    F: In Bezug auf die Gaskammern der Krematorien IV und V, diese sind
       komplett zerstört.

    A: Mit Ausnahme der Grundmauern, ja.

    F: Also sind die Grundmauern des Gebäudes alles, was Sie untersuchen 
       konnten. Ist das richtig ?

    A: Das ist richtig.

Leuchter gibt zu, daß das Dach der Gaskammer des Krematoriums III gesprengt
wurde und zusammenbrach, sowie daß die Krematorien IV und V bis auf die
Grundmauern zerstört wurden. Seine Aussage zu Krematorium II ist ebenfalls
interessant:

    F: Also liegt die Gaskammer selbst zur Zeit unter der Erde ?

    A: Teile davon ja, andere nicht.

    F: Also gut. Und die unterirdischen Teile, ich habe verstanden, daß das 
       Dach nicht mehr intakt ist, ist das richtig ?

    A: Nun, eines der Dächer ist in mehrere Teile zerbrochen, aber es ist im
       wesentlichen ganz.

    F: Es ist in mehrere Teile zerbrochen, aber im wesentlichen ganz ?

    A: Ich meinte, es ist nicht zerbröckelt.

    F: Wie viele Teile ?

    A: Drei, glaube ich. Ich sage das nur, um aufzuzeigen, daß es nicht 
       zerbröckelt ist. Es sind noch große Teile des Daches übrig.

    F: Richtig. Und es ist eingestürzt.

    A: Es hat sich um mehrere Fuß gesenkt. Es ist teilweise eingebrochen.

    F: Liegt Boden darauf ?  Ist es unterirdisch ?

    A: An einigen Stellen liegt Boden darüber, an anderen Stellen nicht.

    F: Also gut. Und das bezieht sich auf Krematorium II ?

    A: Das ist richtig.

Noch unglaublicher, was Leuchter in seinem Bericht schreibt:

    "Es gibt keine Beweise für die Funktion der Krematorien, da der Ofen im
    Krematorium I komplett erneuert wurde, die Krematorien II und III
    teilweise zerstört und Teile davon fehlen, und von den Krematorien IV
    und V nichts mehr übrig ist."

"Nichts mehr übrig ist" !  Und er kann trotzdem daraus schließen, wie sie 
funktionierten, bevor sie zerstört wurden.

Bilder der Krematorien in ihrem gegenwärtigen Zustand finden sich bei
Pressac. Sie sind völlig zerstört, für eine ernstzunehmende Person gibt es
keine Möglichkeit zu behaupten, sie könne aufgrund der Überreste etwas über
die Funktion vor der Zerstörung erschließen.

Leuchter macht sich weiter lächerlich, indem er behauptet, die Gaskammern
seien nicht versiegelt worden und daß der Gebrauch von Blausäure in ihnen
gefährlich gewesen sei. Das ist natürlich absurd: wären sie nicht versiegelt
worden, wäre die Einbringung von Gas egal zu welchem Zweck gefährlich
gewesen. Allein dieser Selbstwiderspruch ist Grund genug, den
Leuchter-Report zu verwerfen.
    [Anm. d.  Übersetzers: Leuchter nimmt einen Gebrauch als
Entlausungskammer an. Bei den zu einer Entlausung erforderlichen erheblich
höheren Konzentrationen, sowie bei der erheblich längeren Zeit, wäre eine
fehlende Versiegelung um so fataler.  Er widerspricht sich hier selbst.]

2.9  Das Gas hätte bei der Entlüftung der Kammern jeden in der Nähe
     getötet

Das ist Unsinn; es ist eine Frage der Konzentration. Wird das Gas in die
Atmosphäre entlassen, sinkt die Konzentration sehr rasch, und es ist nicht
länger gefährlich. Weiterhin zersetzt sich HCN relativ schnell. Die
Hinrichtungskammern in US-Gefängnissen werden ebenfalls direkt in die
Atmosphäre entlüftet. Abgesehen davon: Wenn diese Argumentation für
Vernichtungskammern gilt, so gilt sie auch für Entlausungskammern und man
müßte schließen, daß es auch keine Entlausungskammern gegeben habe.

2.10 Wo blieb all die Asche aus den Krematorien ?

Die Verbrennung eines menschlichen Körpers hinterläßt nur relativ wenig
Asche, eine Urne oder ein Kästchen reicht zur Aufbewahrung. Mit einem LKW
kann man die Asche tausender Verbrannter transportieren. Die Asche wurde auf
den umgebenden Feldern verstreut, vergraben oder - in Auschwitz z.B. - in
einen Fluß geworfen.

2.11 Diejenigen, die das Zyklon B in die Kammern warfen, wären dabei selbst
     getötet worden

Das ist natürlich Unsinn. Die mit dieser Aufgabe betrauten SS-Leute trugen
Gasmasken. Wie jene, die im Rahmen der Entlausung mit Zyklon B umgingen. (Es
ist schon seltsam, daß ein "Gaskammerexperte" nicht in der Lage gewesen sein
soll, das herauszufinden.)

2.12 Die Todeslisten aus Auschwitz weisen keine Vergasungen aus und geben eine
     geringere Zahl von Opfern an

Grund: Diese Listen beziehen sich nur auf jene, denen man eine
"Seriennummer" eintätowierte. Die Mehrzahl der Opfer wurde aber als "nicht
arbeitsfähig" ausgesondert und sofort, ohne tätowiert zu werden, vergast.
Man kann das z.B.  dem Bericht des hochrangigen SS-Offiziers Franke-Gricksch
an Himmler entnehmen (siehe pub/camps/auschwitz/gricksch.rpt; sowie
~/auschwitz.faq1, enthält eine Beschreibung der Registrierung). Die sofort
vergasten Opfer wurden weder registriert noch namentlich erfaßt. (Aussage
des polnischen Gefangenen Aloiz Oskar Kleta, Shelly S. 284; Fertig, 12;
Fleming, 174. Zur systematischen Verbrennung von Dokumenten, die Angaben
über die Zahl der Opfer enthielten siehe auch die Zeugenaussage Henryk
Taubers bei Pressac, S. 488.)

2.13 Es gab ein Schwimmbad in Auschwitz, deshalb kann es kein 
     Vernichtungslager gewesen sein.

Im Hauptlager Auschwitz I gab es tatsächlich ein zu einem Schwimmbecken
umgebautes Wasserreservoir, das vom Lagerpersonal genutzt wurde. Zur
Unterhaltung der SS gab es außerdem ein aus Insassen rekrutiertes
Lagerorchester sowie ein Bordell. Inwiefern dies "beweisen" soll, daß
Auschwitz kein Vernichtungslager gewesen ist, entzieht sich den Fähigkeiten
des Autors dieses Textes.

2.14 Der Grundwasserspiegel auf dem Lagergelände in Auschwitz liegt fast
     überall so hoch, daß man keine Leichen in Gruben verbrennen konnte

Es gibt Photos von den Gruben und darin verbrennender Leichen (siehe
pub/holocaust/gifs). Als das Lager in Betrieb war, hat die SS das Gelände
entwässert. Heute ist die Drainage, sie wurde ja seit 1945 nicht mehr
gewartet, verfallen und der Wasserspiegel stieg wieder an. Weiterhin waren
die Gruben nicht die ganze Zeit in Betrieb, sondern wurden nur benutzt, wenn
die Öfen die Zahl der Opfer nicht mehr bewältigen konnten. So z.B. während
der Vernichtung der ungarischen Juden, als täglich mehr Menschen getötet
wurden als mit Hilfe der Öfen eingeäschert werden konnten. Bekannt ist die
Benutzung der Verbrennungsgruben in der Zeit von Oktober bis November 42
sowie im Sommer 44, einer Zeit außerhalb der Schneeschmelze, die den
Wasserspiegel ansteigen läßt.

2.15 Wie haben die Augenzeugen die Vernichtung überlebt ?  Warum haben die
     Nazis sie nicht umgebracht ?

Die Antwort ist einfach: Die SS hat fast alle umgebracht. So gab es nach dem
Krieg nur rund 70 Überlebende aus Treblinka (über 700.000 Opfer, siehe auch
Auszüge aus deutschen Gerichtsakten -
pub/camps/aktion.reinhard/reinhard.faq1 und ~/reinhard.faq2). In den meisten
Fällen flohen die Überlebenden während von Lagerinsassen angezettelter
Revolten. Das gleiche in Auschwitz: fast alle Mitglieder der
"Sonderkommandos", die die Vergasungen sahen und die Leichen aus den Kammern
tragen und verbrennen mußten, wurden von der SS getötet. Nur eine kleine
Zahl entkam, die meisten während des Lageraufstandes im Oktober 1944.
Ebenfalls eine Rolle spielt, daß gegen Ende des Krieges in Auschwitz totales
Chaos herrschte. Die Rote Armee kam schnell näher. Sie bombadierte das
Lager. So blieb einfach keine Zeit, alle Lagerinsassen zu töten und etliche
brachte man in Lager in Deutschland. Viele der Teilnehmer an solchen
"Todesmärschen" starben während des Marsches.

2.16 Abgase von Dieselmotoren sind nicht giftig genug, um Menschen zu töten

(Diese Behauptung bezieht sich auf das Vernichtungslager Treblinka - siehe
Datei mit Entscheiden deutscher Gerichte zu diesem Thema. In anderen
Vernichtungslagern wurden Benzinmotoren eingesetzt. Die Methode ist einfach.
Man zwängt die Opfer in eine Kammer und leitet anschließend die Abgase eines
leistungsfähigen Motors hinein.)

Die Behauptung ist natürlich Quatsch. In einem geschlossenen Raum sind
Abgase von Dieselmotoren tödlich. Es gibt eine Studie dazu, deren Ergebnisse
unter dem Titel "Toxizität der Abgase von Dieselmotoren bei vier
verschiedenen Zuständen" (The Toxicity of Fumes from a diesel Engine Under
Four Different Running Conditions) von Pattle und anderen im British Journal
of Industrial Medicine, 1957, Vol 14, S. 47-55, veröffentlicht wurden. Die
Forscher haben in wenigen Versuchen verschiedene Tiere Dieselabgasen
ausgesetzt und die Ergebnisse aufgezeichnet.
   Sie benutzten einen kleinen Dieselmotor (568 ccm, 6 PS), dessen Abgase in
eine 10 Kubikmeter umfassende Kammer geleitet wurden, in die man die
Versuchtstiere setzte. In allen Fällen starben die Tiere. Der Tod trat
leichter ein, wenn man die Luftzufuhr des Motors drosselte. In diesem Fall
steigt der Kohlenmonoxidgehalt (CO) der Abgase stark an. (Siehe z.B. "Diesel
Engine Reference Book", Lilly, 1985, S. 18/8. Dort ist zu lesen, daß bei
einem hohen Anteil von Luft im Luft-Treibstoff-Gemisch die Konzentration von
CO in den Abgasen nur wenige ppm beträgt, bei einem luftarmen Gemisch (25:1)
jedoch auf über 3000 ppm ansteigt. Es ist sehr einfach, die Luftzufuhr zu
begrenzen. Die britischen Forscher deckten den Ansaugstutzen mit einer
kleinen Metallplatte teilweise ab.)
   Die Versuchstiere starben auch bei CO-armen Abgasen. Hauptsächlich an
Stickstoffdioxid und anderen giftigen Komponenten.

Die in Treblinka benutzten Dieselmotoren waren erheblich größer. Sie
stammten aus erbeuteten sowjetischen T-34 Panzern. Je nach Ausführung wogen
die T-34 zwischen 26 und 31 Tonnen und wurden von einem 500 PS Motor
angetrieben. Die in Treblinka benutzten Kammern umfaßten 60 Kubikmeter, das
6-fache der im Experiment benutzten Kammer. Die Leistung der verwendeten
Motoren ist um weit mehr als einen Faktor 6 größer.

Man sollte sich in Erinnerung rufen, daß bei einer Kohlenmonoxidvergiftung
nicht die Konzentration von CO, sondern das Verhältnis von CO zu O2
(Sauerstoff) die entscheidende Rolle spielt. In kleinen, mit Menschen
vollgestopften, gasdichten Räumen sinkt der Sauerstoffgehalt rapide und
beschleunigt so die Vergiftung mit CO. Wie erwähnt, beschleunigen die
anderen giftigen Komponenten der Abgase die tödliche Wirkung.

Der SS war bekannt, daß es den Tod beschleunigt, wenn man so viele Opfer wie
möglich in die Kammer zwängt und so wenig wie möglich freien Raum übrigläßt.
Das läßt sich z.B. einem Brief vom 5.6.42 an SS-Obersturmbannführer Walter
Rauf entnehmen, in dem es um "Gaswagen" geht (die in Chelmno und anderen
Vernichtungslagern eingesetzt wurden). Der Brief ist recht lang, hier jedoch
der wesentliche Absatz (mehr ist in der Datei mit Originaldokumenten zu
finden, sowie in Nazism, Dokument 913).

    "2) Die Wagen werden normalerweise mit 9-10 Menschen je Quadratmeter
    beladen. Bei den größeren Saurer Spezialfahrzeugen ist dies nicht
    möglich, weil - obwohl sie nicht überladen werden - ihre
    Manövrierbarkeit stark beeinträchtigt wird. Eine Verkleinerung der
    Ladefläche erscheint wünschenswert. Sie kann durch Kürzung des
    Fahrzeuges um etwa 1 Meter erreicht werden. Durch eine Verringerung der
    Ladekapazität kann das beschriebene Problem nicht beseitigt werden. Eine
    Verringerung der Personenzahl würde eine längere Betriebszeit erfordern,
    da der entstehende Leerraum mit CO gefüllt werden müßte. Im Gegensatz
    dazu erfordert eine verkürzte, aber vollständig ausgenutzte Ladefläche
    durch Verringerung des Leerraumes eine erheblich verkürzte Betriebszeit.

Ein weiteres, grausames Zeugnis für die von der SS entwickelte "Wissenschaft
der Vergasung" ist der Brief von Dr. August Becker an SS-Obersturmbannführer
Rauff vom 16.5.42 (Nazi Conspiracy, 418).

    Die Anwendung des Gases erfolgt nicht korrekt. Um den Vorgang so kurz
    wie möglich zu machen, gibt der Fahrer Vollgas. Die zu exekutierenden
    Personen fallen dadurch nicht wie geplant in Ohnmacht, sondern werden
    bei Bewußtsein erstickt. Meine Anweisungen haben jetzt gezeigt, daß
    durch die richtige Anwendung des Gaspedals der Tod früher eintritt und
    die Gefangenen friedlich einschlafen. Verzerrte Gesichter und
    Ausscheidungen, wie zuvor beobachtet, treten jetzt nicht mehr auf.

Weitere Informationen wurden im November 1993 in mehreren Newsgruppen des
Usenet veröffentlicht. smullins@ecn.purdue.edu zitierte Holtz (siehe
"Empfohlene Lektpre") und Elliot. Ein Blick auf die Daten zeigt die
unterschiedliche Sauerstoff- und Kohlenmomoxidkonzentration in Dieselabgasen
bei unterschiedlichen Gas-Luft-Gemischen:

    Zusammensetzung der Dieselabgase bei korrektem Gas-Luft-Gemisch (Vol-%):

    02 :  1.5 %
    CO2: 13.5 %
    CO :  0.5 %

    Zusammensetzung der Dieselabgase bei einem Gas-Luft-Gemisch von 0.094
    (Vol-%):

    O2 :  0.3%
    CO2: 10.2%
    CO :  6.0%

Die Zahlen zeigen deutlich, daß eine einfache Begrenzug der Luftaufnahme
dafür sorgt, daß ein Dieselaggregat genügend CO produziert, um den Abgasen
eine schnelle tödliche Wirkung zu verleihen. (6 % entsprechen 60.000 ppm.)
Diese Daten von Holtz und Elliot erschienen in der 1. Hälfte 1941 und waren
den Nazis wahrscheinlich bekannt.

Mullins veröffentlichte einen UseNet-Artikel, in dem er auf Bergs "The
Diesel Gas Chambers: Myth Within a Myth" eingeht (siehe auch
pub/orgs/american/ihr/jhr/jhr.v5n1), in dem er nicht nur demonstriert, wie
Dieselaggregate schnell hochgiftige Abgase produzieren können, sondern in
dem er Bergs eigene Referenzen bei der Beweisführung benutzt. (Text
verfügbar in pub/orgs/american/ihr/diesel.001).

2.17 Es gab nicht genügend Juden in Europa, um auf 6 Millionen Opfer kommen
     zu können.

Die Behauptung ist lächerlich. Sie wird durch sämtliche
Bevölkerungsstatistiken aus jener Zeit sowie durch Nazi-Dokumente widerlegt.
Z.B.:

Auszug aus den Protokollen der Wannseekonferenz vom 20.1.42, die "Endlösung
der Judenfrage" betreffend [Nürnberger Prozesse, Washington, U.S
   Govt.  Print.  Off., 1949-1953., Vol.  XIII, S. 210] 
---------------------------------------------------------------------------

    II. Zu Beginn des Treffens berichtete der Leiter des SD und der
    Sicherheitspolizei, SS-Generalleutnant Heydrich über seine Bestellung
    als Beauftragter für die Endlösung der europäischen Judenfrage durch den
    Reichsmarschall [Göring] ...

    Von der Endlösung der europäischen Judenfrage sind ungefähr 11 Millionen
    Juden betroffen. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Länder:

    Altreich [Deutsches Reich von 1938]         131.800
    Österreich                                   43.700
    Ostgebiete                                  420.000
    Generalgouvernment [besetztes Polen]      2.284.000
    ..
    Niederlande                                 160.800
    ..
    Rumänien inklusive Bessarabien              342.000
    ..
    Ungarn                                      742.800
    UdSSR                                     5.000.000
    Weißrussland außer Bialystok                446.000
    [aus Platzgründen wurden viele Länder
     ausgelassen]
                                  SUMME über 11.000.000

    Im Rahmen der Endlösung sollten die Juden unter geeigneter Leitung auf
    entsprechende Weise als Arbeitskräfte in den Osten gebracht werden. In
    großen, nach Geschlechtern getrennten Arbeitsgruppen können die in diese
    Gebiete gebrachten, arbeitsfähigen Juden im Straßenbau eingesetzt
    werden, was ihre Zahl durch natürlichen Ausfall deutlich reduzieren
    wird.

    Die Überlebenden dieser Maßnahme - ohne Zweifel diejenigen mit der
    stärksten Widerstandskraft - müssen einer geeigneten Behandlung
    unterworfen werden, da sie eine natürliche Selektion repräsentierend als
    Keimzelle der Entwicklung eines neuen Judentums anzusehen sind. (Siehe
    Erfahrungen aus der Geschichte.)

    Im Programm für die praktische Ausführung der Endlösung wird Europa von
    West nach Ost durchkämmt.
---------------------------------------------------------------------------

Die Behauptungen von Holocaust-Leugnern bezüglich der angeblichen
Auswanderung von Juden sind lächerlich. So gab es z.B. 1937 rund 370.000
Juden in Palästina, 1948 waren es 600.000. Die Vermißtenzahlen des
Anglo-Amerikanischen Komitees für das Studium des Holocauts sehen wie folgt
aus:
   (Abschlußbericht des Anglo-Amerikanischen Komitees zur Aufklärung des
    Genozids durch die Nazis an den europäischen Juden, länderspezifische
    Detailübersicht)

   Vermißte Juden (Vorkriegsbevölkerung - Nachkriegsbevölkerung)

   Deutschland        195.000
   Österreich          53.000
   Tschechoslovakei   255.000
   Dänemark             1.500
   Frankreich         140.000
   Belgien             57.000
   Luxemburg            3.000
   Norwegen             1.000
   Niederlande        120.000
   Italien             20.000
   Jugoslavien         64.000
   Griechenland        64.000
   Bulgarien            5.000
   Rumänien           530.000
   Ungarn             200.000
   Polen            3.271.000
   UdSSR            1.050.000

   abzüglich 308.000 Flüchtlinge in verschiedensten Ländern

   Anzahl der vernichteten Juden:   5.721.000
   ------------------------------------------

Andere Abschätzungen kommen zu höheren, wieder andere zu niedrigeren
Zahlen, alle jedoch liegen in derselben Größenordnung. Kürzlich verfügbare
Belege zeigen, daß die Zahl der Opfer in den Gebieten der Ex-UdSSR zu
unterschätzt wurde.

Hinzu kommen ungefähr 6 Millionen von den Nazis getötete nicht-jüdische
Zivilisten, die meisten davon in Polen und Jugslawien.

2.18 Der "Mythos" des Holocaust wurde nur erfunden, damit Israel daraus
     Kapital schlagen kann

Leugner des Holocaust behaupten oft, die "Auschwitz-Lüge" sei nur in die
Welt gesetzt worden, um finanzielle Hilfe für den Staat Israel zu
rechtfertigen. Deborah Lipstat gibt dazu in "Denying the Holocaust"
(Leugnung des Holocausts) folgende Informationen:

      "Israelische Behörden haben ihre Forderungen an Deutschland in einem
   Kommunique an die Vier Mächte vom März 1951 spezifiziert und dieses
   Dokument wurde zur offiziellen Grundlage für den Reparationsvertrag. Es
   enthält eine Erläutrung der von Israel verwendeten Berechnungsmethode
   bezüglich der Höhe der Forderung. Die Verfolgung durch die Nazis habe
   einen "zweiten jüdischen Exodus" von annähernd 500.000 Menschen bewirkt. 
   Diese Zahl zugrundelegend bezifferte Israel die Höhe der
   Reparationsforderungen:
   
      Die Regierung des Staates Israel sieht sich nicht in einer Position,
      die es erlauben würde, eine vollständige Aufstellung allen von den
      Deutschen beschlagnahmten und geplünderten jüdischen Eigentums zu
      erstellen und vorzulegen, dessen Wert mehr als 6 Milliarden US-$
      betragen soll. Die Regierung will lediglich jene Ausgaben in Rechnung
      stellen, die sie bereits getätigt hat und noch tätigen wird, um die
      etwa 500.000 jüdischen Flüchtlinge zu integrieren. Diese Ausgaben
      belaufen sich auf einen Gesamtbetrag von 1,5 Milliarden US-$.

   Man muß nicht extra betonen, daß, da sich die Höhe der an den Staat
   Israel gezahlten Reparationen nach der Zahl der Überlebenden und den
   Kosten für deren Integration richtete, es im israelischen Interesse
   gewesen wäre, weniger als 6 Millionen Todesopfer und mehr Überlebende
   anzusetzen." (Lipstadt, 57)

3.0  Leuchters Glaubwürdigkeit - oder besser: seine fehlende Glaubwürdigkeit

3.1  Leuchters Behauptungen in seiner Zeugenaussage während des Prozesses
     gegen Zundel sowie die Realität seines Meineids
     Leuchters Eingeständnis, kein Ingenieur zu sein
     Gerichtsanordnung, die Verbreitung von Berichten zu unterlassen, die
     behaupten, Leuchter habe Erfahrung als Ingenieur ...

(Eine detaillierte Beschreibung der Aufnahme Leuchters als "Experte im
Zeugenstand" durch den kanadischen Gerichtshof findet sich in
pub/people/l/lipstadt.deborah/lipstadt.005. Ein Artikel der Washington Post,
der sich mit Leuchters Eingeständnis, er sei kein Ingenieur und der
Unterlassungserklärung, die weiteres Verbreiten von Berichten, in denen
Gegenteiliges behauptet wird, befaßt, findet sich in
pub/people/l/leuchter.fred/wpost.061891.)

In seinem Artikel vom 11.1.93 (Schlagzeile: "Bedeutende historische Tatsache
entdeckt") beschäftigt sich Foner mit dem kanadischen Prozeß gegen Ernst
Zundel und schreibt:

   "Zundel suchte einen Experten für Exekutionen, speziell Vergasungen. Er
   entdeckte Leuchter, der sich darauf spezialisiert hatte, bei
   Hinrichtungen in US-Gefängnissen benötigte Gerätschaften herzustellen."
   (Foner, 3)

Obwohl Leuchter in Neo-Nazi-Publikationen und von Holocaust-Leugnern als
"Experte" angepriesen wird, macht seine Zeugenaussage in Zundels Prozeß
klar, daß er weder ein Experte noch ein glaubwürdiger Zeuge ist.

Das folgende stammt aus Leuchters Aussage im Zundel-Prozeß, der Fragende ist
Douglas Christie, Zundels Anwalt. Gefolgt wird es von den Zitaten zweier
Offizieller des amerikanischen Strafvollzugs. Beide Zitate wurden nach
Leuchters Aussage gemacht. Nach dem Studium beider Aussagen sollte eine
Beurteilung von Leuchters Glaubwürdigkeit keine Schwierigkeiten bereiten.

   F: Und welche Verbindungen bestehen zwischen Ihnen und den genannten
      Einrichtungen in den beiden Staaten ?  
      [Die Gaskammern in den beiden US-Bundesstaaten Kalifornien und
       Nordcarolina sind gemeint.]

   A: Wir haben Konsultationen mit beiden Bundesstaaten, mit Kalifornien
      hauptsächlich wegen eines EKG-Geräts (heart monitor), das das zur Zeit
      verwendete alte, mechanische Diagraph-Stethoskop (diagraph
      stethoscope) ersetzen soll. Wir werden es in Kürze ausliefern und das
      neue Gerät für beide Gaskammerstühle installieren.

   F: Habe ich das richtig verstanden, Sie wurden vom Staat konsultiert ?

   A: Ja, von Juan Vasquez

   F: Ich verstehe. Und in Nordcarolina ?

   A: Nordcarolina. Meine Gespräche und Arbeit fanden mit einem Nathan Reise
      statt. Sie hatten da vor 2 Jahren einige Arbeiten von ihrem
      Wartungspersonal an der Gaskammer machen lassen, und sie hatten ein
      Problem mit einer lecken Türdichtung. Zu dieser Zeit haben wir es mit
      ihm diskutiert und einige Vorgehensweisen und Umbauten zur Behebung
      des Problems vorgeschlagen.
      
   F: Und er hat sie diesbezüglich angesprochen ?

   A: Hat er.

Was sagen die betroffenen Institutionen dazu ?  Zunächst der leitende
Direktor in San Quentin, Kalifornien:

   "Ich kann Ihnen versichern, daß San Quentin keinen Vertrag mit Fred A. 
   Leuchter Jr. über die Installation eines EKG-Systems oder irgendeine
   andere Arbeit hat."  gez. Daniel B. Vasquez, leitender Direktor

Als nächstes ein Kommentar von den Offizellen Nordcarolinas:

   "Ich habe Ihre Angaben mit Nathan A. Rice, ehemaliger Direktor,
   diskutiert und er sagte, er entsinne sich dunkel an ein Telephonat mit
   einem Herrn, der angab, Experte für Hinrichtungskammern zu sein. Herr
   Rice sagte weiter, der betreffende Herr habe ihn angerufen, um ihm eine
   Injektionsmaschine für Todesspritzen zu verkaufen ...
   
   Unsere Aufzeichnungen können eine beratende oder sonstige Tätigkeit Herrn
   Leuchters für uns nicht bestätigen. Ich kann bestätigen, daß die Planung
   und Ausführung der Arbeiten von der Reparaturabteilung, Unterabteilung
   Ingenieurwesen (Department of Correction Engineering Section) geplant und
   von eigenem Wartungspersonal durchgeführt wurde." gez. Gary T. Dixon,
   leitender Direktor (Nordcarolina)

Wir müssen feststellen, daß weder Kalifornien noch Nordcarolina Leuchter
bezüglich der Gaskammern konsultiert hat. Er kann sich nicht einmal an die
korrekten Namen erinnern und erzählt in Bezug auf seine berufliche
Verbindung mit ihnen klare Lügen.

Der einzige Bundesstaat, mit dem Leuchter vermutlich Konsultationen
bezüglich Gaskammern führte, ist Missouri. Indes, obwohl Leuchter angeblich
Gaskammern für Missouri entwarf, gibt es dafür nur sein Wort, denn die
wurden niemals gebaut oder in Betrieb genommen. Tatsächlich hat Missouri bis
heute nicht eine einsatzfähige Gaskammer, obwohl Leuchter seinen Entwurf vor
über 4 Jahren gemacht haben will. Wir würden es begrüßen, von jemandem zu
hören, der Vertreter des Staates Missouri diesbezüglich angesprochen hat.

Ein Artikel in der Washington Post wirft zusätzlich Licht auf Leuchters
Probleme mit dem Gesetz und seinen Status als Ingenieur.

   BOSTON, 17, Juni - Fred A. Leuchter, selbsternannter Experte für
   Tötungsmaschinerien, der seinen Ruf als Hersteller von solchen Geräten in
   eine zweite Karriere als Befürworter des "Holocaust Revisionismus"
   einbrachte, gab zu, kein Ingenieur zu sein.
   
   Das Eingeständnis findet sich in einer letzte Woche vor einem Gericht in
   Massachusetts abgegebenen Erklärung. [Anm. d. Übers: "consent decree
   filed with a Massachusetts court"] Experten zufolge sollte dieses
   Eingeständnis der Bewegung einen Dämpfer versetzten, die behauptet, 
   die Ermordung von 6 Millionen Juden während der Nazi-Zeit sei eine
   Erfindung oder zumindest eine Übertreibung.
   
   Leuchter, 48, aus einer Maldener Vorstadt, erwartet noch in diesem Monat
   ein Verfahren wegen Ausübung von Ingenieurstätigkeiten, ohne eine
   Genehmigung dafür zu haben - eine Verletzung der Gesetze von
   Massachusetts.  Am 11. Juni unterschrieb er eine Einverständniserklärung
   der für die Zulassung von Ingenieuren zuständigen Behörde.
   
   In ihr erkennt Leuchter an, daß "Ich weder ein professioneller Ingenieur
   bin, noch jemals als solcher registriert wurde." und daß er sich trotzdem
   gegenüber Bundesstaaten, die die Todesstrafe praktizieren, bei
   verschienenen Gelegenheiten als Ingenieur ausgegeben habe. Diesen Staaten
   habe er Beratung und einschlägige Geräte angeboten.
   
   Die Erklärung verlangt von Leuchter, die Verbreitung von Dokumenten zu
   stoppen, in denen er vorgibt, Ingenieur zu sein. Das wichtigste dieser
   Dokumente ist als "Leuchter-Report" bekannt.
   
   Der Report, durch Revisionisten weit verbreitet, behauptet, die
   Gaskammern in den Konzentrationslagern Auschwitz, Birkenau und Majdanek
   hätten nicht zur Massenvernichtung benutzt werden können, weil sie nicht
   groß genug, zu schlecht entlüfet und mangelhaft versiegelt gewesen seien.
   Die Behauptung basiert hauptsächlich auf einer chemischen Analyse von
   Materialien, die Leuchter während einer Reise nach Polen im Februar 1988
   heimlich von den Wänden der Kammern abkratzte.
   
   Sally Greenberg, Anwältin der Anti-Diffamierungs-Liga von B'nai B'rith in
   Boston, begrüßte das Übereinkommen. Sie hatte viel dazu beigetragen, die
   Behörden von Massachusetts auf Leuchter aufmerksam zu machen.
   
   "Es ist ein Dämpfer für den Holocaust-Revisionismus, weil er unter den
   Revisionisten als Guru gilt." meinte Frau Greenberg. "Er hat so gut wie
   eingestanden, als Ingenieur nicht qualifiziert zu sein und keinen
   qualifizierten Kommentar zum 'Mythos' des Holocaust abgeben zu können. Es
   ist im wesentlichen das Eingeständnis, genau der Scharlatan und
   Schwindler zu sein, als der er uns immer bekannt war."
   
   ("Holocaust Revisionist Admits He Is Not Engineer." The Washington Post. 
   Vollständiger Text in pub/people/l/leuchter.fred/leuchter.02)

3.2 Leuchters "Glaubwürdigkeit", bzw. deren Fehlen, bei anmerikanischen 
    Gefängnisverwaltungen

Ed Carnes, Assistent der Generalstaatsanwaltschaft von Alabama, schickten am
20. July 1990 eine Rundschreiben an alle Staaten, die die Todesstrafe
verhängen, in dem er sich nach Leuchters Empfehlungen und Glaubwürdigkeit
erkundigte. Carnes sagte nicht nur, daß Leuchters Ansichten über Abläufe in
Gaskammern "unorthodox" seien, sondern gab auch an, Leuchter habe
erpresserische Methoden benutzt. Wenn ein Bundesstaat sich weigerte, seine
Dienste in Anspruch zu nehmen, würde Leuchter in letzter Minute als Zeuge
für den Delinquenten auftreten und behaupten, die Gaskammer könnte versagen.
 Carnes zufolge hat Leuchter "auf beiden
Seiten abkassiert".  Leuchters Verhalten in
Virginia, Florida und Alabama beschreibend, kommt Carnes zu der Beobachtung,
daß Leuchter in weniger als 30 Tagen in 3 verschienden Staaten bezeugte, die
Technik der elektrischen Stühle sei zu alt und unzuverlässig, um noch
verwendet zu werden. In Florida und Virginia haben Bundesgerichte Leuchters
Aussage als unglaubwürdig zurückgewiesen. In Florida stellte das Gericht
fest, Leuchter habe die Aussagen in einer wichtigen schriftlichen Erklärung
"falsch zitiert", die dann zu einer wichtigen Voraussetzungen seiner
Schlüsse wurden . In Virginia stellte Leuchter dem
Anwalt eines zum Tode Verurteilten eine schriftliche Erklärung zur
Verfügung, in der er behauptete, der elektrische Stuhl würde versagen. Das
Gericht in Virginia befand die Erklärung Leuchters für wenig glaubwürdig, da
er der "abgewiesene Anbieter sei, der um den Auftrag für die Ersetzung der
Elektroden am elektrischen Stuhl gebeten habe". . (Lipstadt, 170)

4. Materialien und Quellen

Anm. d. Übersetzers: Bei den meisten Materialien und Quellen handelt es sich
um englischsprachige Publikationen. Schließlich handelt es sich hier um die
Übersetzung eines amerikanischen Originals. Die Dokumentationen des Nizkor
Projektes sind teilweise schon oder werden in Kürze auf Deutsch verfügbar
sein. Historiker oder historisch Interessierte, die deutsche Publikationen
in die Literaturliste aufgenommen wissen wollen, mögen sich direkt an das
Nizkor Projekt wenden.

Vera Laska hat eine ausführliche Liste mit Materialien für jene
zusammengestellt, die an Forschungen zum Holocaust interessiert sind. Diese
Liste findet sich ebenfalls im Auschwitz-FAQ. Sie ist ein ausgezeichneter
Ausgangspunkt für ernsthafte Recherchen. (siehe
pub/camps/auschwitz/auschwitz.faq2)

Zusätzlich steht über das Nizkor Projekt eine 25-teilige Bibliographie zum
Holocaust zur Verfügung. Sie kann über das Nizkor Web,
http://www.almanac.bc.ca bezogen werden. Sie steht in
pub/holocaust/bibliographies.

4.1 Empfohlene Lektüre

Jenen, die mehr über die Vernichtungseinrichtungen in Auschwitz-Birkenau 
wissen möchten, schlagen wir vor, mit unserer zweiteiligen Dokumentation 
AUSCHWITZ.FAQ1 und AUSCHWITZ.FAQ2, zu beginnen, die eine umfassende 
Quellenliste enthalten.
   Die FAQs können via WWW, http://www.almanac.bc.ca. bezogen werden.

[Anm. d. Übersetzers: Bei den meisten Quellen handelt es sich um
englischsprachige Publikationen.]


"Cyanide Toxicity". Agency for Toxic Substances and Disease Registry, U.S. Dept
of Health and Human Services. in American Family Physician, Vol. 48, no 1, July
1993.


Elkins, Hervey B. The Chemistry of Toxicology. New York: John Wiley and Sons
Ltd. 2nd (c) 1959


Zwei UseNet-Artikel vom September 1995 (in alt.revisionism) enthalten eine
ausführliche Dokumentation der seltsamen Behauptungen der Auschwitz-Leugner.
Die von Brian Harmon verfassten Artikel können bezogen werden via

      ftp.almanac.bc.ca/pub/camps/auschwitz/cyanide/hcn-spurious-claims

Brian Harmons Artikel enthalten Zitate aus den angegebenen Referenzen zur
Toxizität von Preussisch Blau (Berliner Blau, Eisen-Cyanid-Verbindung).


Meeussen, Johannes C. et. al. "Dissolution Behavior of Iron Cyanide (Prussian
Blue) in Contaminated Soils." Environmental Science and Technology. 1992, 26,
pp 1832-1838


Reitlinger, Gerald. The Final Solution: The Attempt to Exterminate the Jews of
Europe, 1939-1945. (South Brunswick, New Jersey) c 1961.


Truth Prevails: Demolishing Holocaust Denial, veröffentlicht von der "Beate 
Klarsfeld Foundation" und "Holocaust Survivors and Friends". 
ISBN 1-879437-00-7.


Denying the Holocaust. Deborah Lipstadt beschäftigt sich ausführlich mit
Leuchters nicht vorhandenem Fachwissen bzw. desen Verdiensten. Siehe auch
"Zitierte Werke".


Die Holocaust-Archive stehen ebenfalls via anonymous ftp bei ftp.almanac.bc.ca
zur Verfügung. Auf Grund der einfachen Handhabung von Web-Browsern zur
Übertragung von Daten, wird ein Bezug der Archive via WWW allerdings bevorzugt
(www.almanac.bc.ca).

Jenen, die mehr über die Vernichtungseinrichtungen in Auschwitz-Birkenau
wissen möchten, schlagen wir vor, mit unserer zweiteiligen Dokumentation
(AUSCHWITZ, AUSCHWITZ.FAQ1 und AUSCHWITZ.FAQ2) zu beginnen, die eine
umfassende Quellenliste enthalten. Die FAQs können via WWW,
http://www.almanac.bc.ca bezogen werden.

4.2  In Zitaten verwendete Abkürzungen

Siehe pub/camps/auschwitz/reference.term.

4.3  Glossar

Krematorium: Gebäude, das Gaskammern wie Öfen zur Verbrennung von Leichen 
             umfaßt. In Auschwitz gab es 5 Krematorien. (Eine Photographie
             [Pressac] ist unter pub/holocaust/gifs/krema4.gif und
             ~/krema3.gif erhältlich)

4.4  Zitierte Arbeiten

   Borkin, Joseph. The Crime and Punishment of I.G. Farben. London & 
   New York: Collier Macmillan Publishers (London) and The Free Press,
   a division of Macmillan Publishing, 1978.
 
   Brugioni, Dino A., and Robert G.  Poirier.  The Holocaust Revisited:
   A Retrospective Analysis of the Auschwitz-Birkenau Extermination
   Complex.  (Central Intelligence Agency, Washington, D.C.) February
   1979.

Die Arbeiten enthalten aus dem 2. Weltkrieg stammende Luftaufnahmen des in
Betrieb befindlichen Komplexes von Auschwitz-Birkenau sowie eine
Zusammenfassung von deren Analyse. Die Aufnahmen bestätigen
Augenzeugenberichte und Dokumente der Nazis über den Betrieb der Lager. Eine
Kopie kann von der US-Regierung unter folgender Adresse bezogen werden:

                  National Technical Information Service
                  5285 Port Royal Road
                  Springfield, VA 22161
oder
                  Photoduplication Service
                  Library of Congress
                  Washington, D.C. 20540

Um die Bearbeitung zu beschleunigen, sollten Berichtsnummern (report number
#st 79-10001) und Dokumentennummer (document number NTISUBE28002) angegeben
werden. Insbesondere die Angabe der Dokumentennummer ist wichtig. 

   Feig, Konnilyn G. Hitler's Death Camps. LOC D810.J4 F36, 1981

   Foner, Samuel P.  "Major Historical Fact Uncovered" SPOTLIGHT Vol.
   XIX, Number 2, January 11, 1993)

   Hilberg, Raul.  Commandant of Auschwitz (London: Weidenfeld and
   Nicholson, 1959)

   Klarsfeld, Serge.  The Holocaust and Neo-Nazi Mythomania, as quoted
   in Feig.

   Shelly, "Secretaries of Death", Edited and Translated by Lore Shelly,
   Shengold Publishers INC., NY 1986

   Fertig, Howard.  The History of KL-Auschwitz.  New York: 1982

   Fleming, Gerald.  Hitler and the Final Solution.  University of
   California Press, 1984

   Lipstadt, Deborah. Denying The Holocaust. New York: Macmillan, 1993.
   Toronto: Maxwell MacMillan Canada. ISBN: 0-02-919235-8

   Merck Index. Ninth Edition, 1976.

   Müller, Filip.  "Eyewitness Auschwitz: Three Years in the Gas
   Chambers", as cited by both Feig and Hilberg.  Museum w Oswiecimu.
   "KL Auschwitz seen by the SS Hoess, Broad, Kremer," 2nd.  ed., 1978

   Nazi Conspiracy and Aggression, Vol. III. Washington,
   D.C.: U.S. Government Printing Office, 1946

   Nazism: A History in Documents and Eye Witness Accounts, Vol.2

   Pressac, J.C.  Auschwitz: Technique and Operation of the Gas
   Chambers.  New York: Beate Klarsfeld Foundation, 1989
    
   "Holocaust Revisionist Admits He Is Not Engineer." The Washington Post,
   June 18, 1991, FINAL Edition. Christopher B. Daly
   
   YVS XVI. Yad Vashem Studies, XVI. "Operation Reinhard": 
   Extermination Camps of Belzec, Sobibor and Treblinka. 
   Jerusalem: Yad Vashem, 1984

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