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	Die Entwicklung der Gaswagen beim Mord an den Juden	405


war. Im Anhänger sollen Kranke mit aus Stahlflaschen eingeleitetem reinen 
Kohlenmonoxid (CO) getötet worden sein[12]. Der Ursprung dieser Fahneuge 
kann, gerade weil Dokumente fehlen, nicht geklärt werden. Allerdings gibt es 
Hinweise für die Beantwortung der Frage, ob zwischen "Kaisers-Kaffee"-Wagen 
und Gaswagen eine Verbindung besteht. Deshalb wird zunächst auf die wenigen 
Zeugnisse eingegangen, die sich auf den "Kaisers-Kaffee"-Wagen beziehen und 
anschließend auf die Entwicklung der Gaswagen.

Mit einem auf den 1.September 1939 datierten Schreiben ermächtigte Hitler 
seinen Begleitarzt Dr. Karl Brandt und den Reichsleiter Philipp Bouhler von der
"Kanzlei des Führers", die "Euthanasie" durchzufuhren [13]. Mit der Erprobung 
geeigneter Tötungsverfahren wurde das Kriminaltechnische Institut (KTI) im 
Reichssicherheitshauptamt (RSHA) beauftragt, das zu dem SchluB kam, am 
geeignetsten sei die Tötung mit Hilfe von CO [14]. Nachdem Anfang Januar 1940 im 
ehemaligen Zuchthaus Brandenburg/Havel eine Probevergasung durchgeführt 
worden war - in einem luftdicht abgeschlossenen Raum tötete man Geisteskranke 
mit Hilfe von reinem CO [15] -, kam dieses Verfahren auch in allen anderen 
"Euthanasie"-Anstalten zur Anwendung. Das notwendige CO bezog die Kanzlei 
des Führers aufgrund eines Gespräches zwischen dem Dienststellenleiter Brack 
und Widmann, Leiter des Referates V D 2 (Chemie und Biologie), getarnt über 
das KTI [16]. SS Untersturmführer Becker holte auf Befehl von Nebe, Leiter des 
Amtes V (Verbrechensbekämpfung) im RSHA, die Stahlflaschen bei der 
IG-Farben in Ludwigshafen ab und brachte sie zu den einzelnen Anstalten [17]. 
Auch SS-Sturmbannführer Heess, Leiter des KTI, war die enge Beziehung 
zwischen der Kanzlei des Führers und dem KTI bekannt [18].

Der "Kaisers-Kaffee"-Wagen arbeitete nach dem gleichen Prinzip wie die 
Gaskammern der "Euthanasie"-Anstalten. In einen Anhänger wurde mit Hilfe von 
Leitungen aus einer an der Zugmaschine angebrachten Stahlflasche CO 
eingeleitet. Er war also eine auf Räder gestellte Gaskammer [19]. Zeugenaussagen 
berichten, daß ab Dezember l939 in pommerschen, ostpreußischen und 
polnischen Heilanstalten Gei-

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12. Aussage von H.H. Renfranz vom 10.10. 1962, STA Hannover, Az.2 Js 614/62 [ZSL, Az.V 203 
AR-Z 1101/1960, Bl.2].Vgl. auch Nationalsozialistische Massentötung, S.62 ff.; E.Klee, 
"Euthanasie"im NS-Staat. Die "Vernichtung lebenswerten Lebens", Frakfurt a.M. 1983, S.106ff. 
und 190 ff.

13. IMT, Bd.26, S.169.

14. Aussage A.Widmann, Leiter der Abt V D 2 (Chemie und Biologie) im KTI, vom 11.1. 1960; StA
Düsseldorf, Az.8 Js 7212/59 [ZSL, Az.202 AR-Z 152/59, Bl.51f.]; Aussage von A. Becker, 20.6.
1961, StA Stuttgart, Az.13 Js 328/60 [ZSL, Az. 439 AR-Z 18a/60, Bl.1OO1 ff.].Vgl. dazu auch
Nationalsozialistische Massentötung, S.46; Klee,"Euthanasie", S.84 f.

15. Ebenda

16. Aussage A. Widmanns vom 27.1. 1959, StA Düsseldorf, Az. 8 Js 7212/59 [ZSL, Az.439 
AR-Z 18a/60, Bl.36f.]; Klee, "Euthanasie", S.114f.

17. Aussage A.Beckers vom 28.1. 1960, StA Hannover, Az.2 Js 299/60 [ZSL, 415 AR-Z 220/59, 
Bl.36ff.]. 

18. Aussage Walter Schades vom 12.2.1959, StA Hannover, Az.2 Js 299/60 [ZSL Az.415
AR-Z 220/59, Bl. 110 ff.]

19.  Vgl.Anm.12.

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