414 Mathias Beer Aufbau von ca. 4 m Länge, in dem dreißig bis fünfzig Personen befördert werden konnten [79]. Die gleiche Beschreibung liegt für den Wagen vor, dem im Hof des KTI Luftproben entnommen wurden und der anschließend in Sachsenhausen erprobt wurde. Leiding und Hoffmann sagten übereinstimmend aus, es sei ein Dreitonner gewesen, in dem dreißig Menschen getötet wurden [80]. Laut Rauff und Wentritt sind zuerst fünf oder sechs Fahrgestelle besorgt und der Firma Gaubschat geliefert worden [81]. Demnach sind im Jahre 1941 zuerst sechs 3 t schwere, bis zu fünfzig Personen fassende Gaswagen hergerichtet und Ende November und im Dezember eingesetzt worden. Es sind dieses die Wagen der "ersten Serie" [82], mit Fahrgestellen mindestens zwei verschiedener Marken, Daimond [83] und Opel-Blitz [84]. Daß nicht nur Wagen einer Marke verwendet wurden, steht im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten, die es anfangs beim Beschaffen von Chassis gab [85]. Den Quellen und Zeugenaussagen ist zu entnehmen, daß auch noch größere Lastwagen, Marke Saurer, zu Gaswagen umgebaut wurden [86]. Es waren 5 t schwere Fahrzeuge, deren Kastenaufbau 5,8 m lang und 1,7 m hoch war, die bis zu hundert Personen befördern konnten [87]. Im Aktenvermerk des Referats II D 3 a vom 23.Juni 1942 heißt es: "Laut Vorgang II D 3a - 1737/41 - sind bei Firma Gaubschat 30 Spezialaufbauten für angelieferte Fahrgestelle in Auftrag gegeben. 20 Fahrzeuge sind bereits fertiggestellt und ausgeliefert."[88] Entsprechend der hohen Auftragsnummer muß der Auftrag Ende 1941 erteilt worden sein [89]. Daß sich die gesamte Bestellung nur auf Saurer-Wagen bezog, geht aus dem Aktenvermerk vom 27.April 1942 hervor, in dem auch auf die Bestellnummer 1737 Bezug genommen wird [90]. Den beigefügten Skizzen ist zu entnehmen, daß -- 79. Daß die beförderte Zahl der Personen als zuverlässiges Erkennungsmerkmal für die Wagen angesehen werden kann, ergibt sich aus dem Aktenvermerkvom 5.6.1942 (Anm.4). 80. Siehe Anm. 54 und 56. 81. Siehe Anm. 50. 82. Diese Formulierung verwendet Becker in seinem Bericht vom 16.5. 1942, IMT-Dok. 501-PS. 83. Aussage H.Wentritts vom 2.2. 1960 (Anm.44), Bl.260h; Schreiben vom 15.6. 1942, IMT-Dok. 501-PS. 84. Aussage H. Hoffmanns vom 27.1. 1959, StA Düsseldorf, Az. 8 Js 7212/59 [ZSL, Az.439 AR-Z 18 a/ 1960, Bl. 28]; Aussage A. Beckers vom 26.3. 1960 (Anm. 71), Bl. 195. Weil es bei der ersten Serie nicht nur Fahrgestelle einer Marke gab, konnte Becker in seinem Bericht vom 16.5. 1942 bei den Wagen der ersten Serie keine genauere Bestimmung vornehmen, so wie er es bei denen der zweiten Serie getan hat. 85. Siehe oben S.410. 86. Schreiben an Firma Gaubschat vom 30.4. 1942, Kopie ZSL, USA Dok. Film I Nr.26f.; Schreiben von Becker an Rauff vom 16.5. 194 2, IMT-Dok. 501-PS; Schreiben von Schäfer an Rauff vom 9.6. 1942 (Anm.4); Trühe an Rauff vom 15.6. 1942 (Anm. 5). 87. Aktenvermerk vom 27.4. 1942 (Anm. 3). Die Personenzahl ist auf der Grundlage der dort angeführten Zahlen errechenbar. 88 Siehe Anm.5. 89. Siehe Anm.44 (Bl.429). 90. Siehe Anm.3.
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